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8. Quiz

Lernziele

Nach diesem Quiz können Sie: - Ihr Wissen aus allen Kapiteln dieses Moduls testen und festigen - Verständnislücken identifizieren und gezielt nacharbeiten - Sich auf die Prüfung zum Thema Projektsteuerung in IT-Projekten vorbereiten

Modul Übersicht

Modul 11 - Kapitel 8 Bearbeitungszeit: ~45-60 Min Format: 15 Comprehensive Fragen

Quiz-Anleitung

Hinweise zum Quiz

  • Das Quiz besteht aus 15 Fragen zu allen Themen dieses Moduls
  • Die Fragen decken alle 7 Kapitel ab
  • Klicken Sie auf die Fragen, um die Lösungen anzuzeigen
  • Bearbeiten Sie das Quiz zuerst selbstständig, bevor Sie die Lösungen einsehen
  • Bei Fragen, die Sie nicht beantworten können, markieren Sie diese zur Nacharbeit

Quiz-Fragen

Frage 1: Projektsteuerungs-Regelkreis

Ein Projektleiter überwacht die Projektdurchführung und stellt fest: - Projektfortschritt: 80% geplant, aber nur 70% erreicht - Termine: Meilenstein M3 ist 2 Wochen überfällig - Kosten: 50.000 € ausgegeben bei einem Budget von 60.000 € (geplant zu diesem Zeitpunkt: 45.000 €) - Qualität: 12 kritische Fehler im Systemtest gefunden (geplant: max. 5)

Der Projektleiter dokumentiert diese Abweichungen im Projektstatusbericht.

a) Welche Schritte des Regelkreises wurden durchgeführt? b) Welche Schritte fehlen noch? c) Welche Maßnahmen sollten ergriffen werden? Nennen Sie für jede Abweichung eine geeignete Maßnahme.

Lösung: a) Durchgeführt: - Phase 1: Datenerfassung (Ist-Werte): Projektleiter hat Ist-Werte erfasst (70% Fortschritt, 2 Wochen Verzögerung, 50.000 € Kosten, 12 Fehler) - Phase 2: Soll-Ist-Vergleich: Projektleiter hat Planwerte mit Ist-Werten verglichen (80% vs 70%, pünktlich vs 2 Wochen überfällig, 45.000 € vs 50.000 €, ≤5 vs 12 Fehler)

b) Es fehlen: - Phase 3: Abweichungsanalyse: Ursachenforschung für jede Abweichung (Warum Fortschritt hinterher? Warum Kostenüberschreitung? Warum so viele Fehler?) - Phase 4: Steuerungsmaßnahmen: Korrekturmaßnahmen einleiten (Projektbeschleunigung, Kostensenkung, Qualitätssteigerung)

c) Geeignete Maßnahmen:

Abweichung Maßnahme Kategorie
Fortschritt (70% vs 80%) Projektbeschleunigung: Zusätzliche Ressourcen, Parallelisierung, Priorisierung kritischer Pfade, ggf. Scope-Reduzierung Projektbeschleunigung
Termine (2 Wochen Verzögerung) Projektbeschleunigung: Crunch-Mode, Weekend-Work, Outsourcing, Meilenstein neu planen, ggf. Deadlines verschieben Projektbeschleunigung
Kosten (50.000 € vs 45.000 €) Kostensenkung: Aufwandsreduktion, Outsourcing günstiger, Budgeterhöhung beantragen, ggf. nicht kritische Features streichen Kostensenkung
Qualität (12 vs 5 Fehler) Qualitätssteigerung: Zusätzliche Tests, Code-Reviews, Refactoring, Bug-Fix-Sprint, ggf. Go-Live verschieben Qualitätssteigerung
Frage 2: DIN 69901 vs. PMBOK vs. ISO 21500

Ein multinationaler Konzern plant die Einführung eines einheitlichen Projektmanagement-Standards. Der Konzern hat Hauptsitze in Deutschland (München) und USA (New York). Die Projektleiter debattieren über den besten Standard.

a) Erklären Sie die wesentlichen Unterschiede zwischen DIN 69901, PMBOK Guide und ISO 21500. b) Welcher Standard oder welche Kombination von Standards würden Sie empfehlen und warum? c) Wie würde die Projektmanagementphase "Steuerung" in den drei Standards definiert?

Lösung: a) Wesentliche Unterschiede:

Aspekt DIN 69901 PMBOK Guide ISO 21500
Herkunft Deutschland (Deutsche Norm) International (USA, Project Management Institute) International (ISO)
Struktur 5 Projektmanagementphasen 5 Prozessgruppen 5 Prozessgruppen
Phasen/Gruppen Initialisierung, Definition, Planung, Steuerung, Abschluss Initiierung, Planung, Ausführung, Überwachung & Steuerung, Abschluss Initiierung, Planung, Umsetzung, Controlling, Abschluss
Steuerungs-Definition Eigenständige Phase "Steuerung" mit 15 Prozessen Prozessgruppe "Monitoring and Controlling" mit 11 Prozessen + Prozessgruppe "Executing" mit 8 Prozessen Prozessgruppe "Controlling"
Detailtiefe Sehr detailliert, spezifisch Umfassend, weltweit angewendet Konzeptuell, allgemein
Anwendung Häufig im deutschsprachigen Raum Weltweit, sehr verbreitet Zunehmend international
Wissensgebiete Ablauf, Termine, Änderungen, Information, Kommunikation, Kosten, Organisation, Qualität, Ressourcen, Risiko, Projektstruktur, Verträge, Ziele 10 Wissensgebiete (Integration, Scope, Zeit, Kosten, Qualität, Ressourcen, Kommunikation, Risiko, Beschaffung, Stakeholder) 9 Themengruppen (Integration, Stakeholder, Inhalte, Ressourcen, Termine, Kosten, Risiko, Qualität, Beschaffung, Kommunikation)

b) Empfehlung: Kombinierte Herangehensweise

Empfehlung: 1. DIN 69901 als primäre Struktur für den deutschen Hauptsitz und deutschsprachige Standorte 2. PMBOK Guide für Details, Methoden und internationale Zusammenarbeit (USA-Standort, globale Projekte) 3. ISO 21500 als konzeptioneller Rahmen und für Zertifizierungszwecke

Begründung: - DIN 69901 gewährleistet Compliance mit lokalen Anforderungen in Deutschland und ist gut verständlich für deutschsprachige Projektleiter - PMBOK Guide bietet breite Methodenvielfalt, weltweit anerkannt und ideal für internationale Zusammenarbeit - ISO 21500 erleichtert internationale Kommunikation und Standardisierung, sowie Zertifizierung (z.B. ISO 21500-Zertifizierung für Unternehmen) - Die Kombination nutzt die Stärken aller drei Standards und vermeidet die Schwächen der einzelnen Standards

c) Projektmanagementphase "Steuerung" in den drei Standards:

Standard Definition der "Steuerung" Anzahl Prozesse
DIN 69901 Eigenständige Projektmanagementphase neben Initialisierung, Definition, Planung und Abschluss 15 einzelne Prozesse
PMBOK Guide Prozessgruppe "Monitoring and Controlling (Überwachung & Steuerung)" neben Prozessgruppe "Executing (Ausführung)" 11 Prozesse in Monitoring & Controlling + 8 Prozesse in Executing
ISO 21500 Prozessgruppe "Controlling" (Überwachung & Steuerung) neben Initiierung, Planung, Umsetzung und Abschluss (genaue Anzahl nicht in ISO 21500 spezifiziert, konzeptuell)
Frage 3: Kick-off-Meeting vs. Projektstart-Workshop

Ein mittelständisches Unternehmen (250 Mitarbeiter) führt ein neues HR-Management-System ein. Die Projektleitung diskutiert, ob ein Projektstart-Workshop, ein Kick-off-Meeting oder beide durchgeführt werden sollten.

a) Was ist der Hauptunterschied zwischen einem Projektstart-Workshop und einem Kick-off-Meeting? b) Wann finden Workshop und Kick-off im Projektzyklus statt? c) Welche Empfehlung würden Sie für dieses Szenario geben und warum?

Lösung: a) Hauptunterschiede:

Aspekt Projektstart-Workshop Kick-off-Meeting
Hauptcharakter Interaktiv, ergebnisorientiert Informationsorientiert, kommunikativ
Zweck Gemeinsames Erarbeiten wesentlicher Projektgrundlagen Gemeinsames Verständnis entwickeln & Commitment abgeben
Kommunikation Bidirektional (Dialog) Unidirektional (Information) mit Diskussion am Ende
Teilnehmer Projektleiter, (Kern-)Team, ggf. Vertreter des Auftraggebers Alle Stakeholder: Auftraggeber, Projektteam, Lenkungsausschuss, weitere
Dauer Halbtags bis ganztägig (4-8 Stunden) 2-3 Stunden
Ergebnis Detaillierte Planungen, konzeptionelle Grundlagen Offizieller Startschuss, verbindliches Commitment

b) Zeitpunkt im Projektzyklus:

Veranstaltung Zeitpunkt im Projektzyklus
Projektstart-Workshop Früh in der Planungsphase (nach Projektinitialisierung, vor oder während der detaillierten Planung)
Kick-off-Meeting Nach Abschluss der Planung (nach PMBOK) bzw. zum Beginn der "Steuerung" (nach DIN 69901)

c) Empfehlung: Beides durchführen

Empfehlung: 1. Zuerst Projektstart-Workshop mit dem Kern-Team und wichtigen Stakeholdern zur detaillierten Ausarbeitung von Anforderungen, Prozessen und Planungen 2. Danach Kick-off-Meeting mit allen Beteiligten zur offiziellen Verkündung und Commitment-Einhaltung

Begründung: - Projektgröße: 250 Mitarbeiter sind ein mittleres Unternehmen, aber das Projekt ist komplex und betrifft viele Abteilungen - Komplexität: HR-Management-Systeme sind komplex und haben viele Schnittstellen zu anderen Systemen (Payroll, Zeitwirtschaft, etc.) - Stakeholder: Viele Stakeholder sind involviert (HR-Abteilung, Management, IT, alle Mitarbeiter) - Kombination ist ideal: - Workshop ermöglicht detaillierte Zusammenarbeit und gemeinsame Erarbeitung von Grundlagen - Kick-off sichert Commitment aller Beteiligten und Transparenz über das Projekt - Risikominimierung: Workshop reduziert Risiken durch detaillierte Planung, Kick-off reduziert Akzeptanzrisiko

Alternative: Wenn das Projekt besonders klein oder die Planung bereits sehr detailliert ist, könnte ein Kick-off-only ausreichend sein. Wenn das Projekt besonders komplex ist oder viele offene Fragen existieren, könnte ein Workshop-only ausreichend sein, mit einem späteren "Information-Meeting" statt formalem Kick-off.

Frage 4: IT-Projekttypen und Herausforderungen

Ein IT-Dienstleister präsentiert einem Kunden drei Projekttypen für eine geplante Initiative. Der Kunde hat folgende Anforderungen: - "Wir möchten eine neue mobile App für unsere Kunden entwickeln" - "Außerdem müssen wir unsere historischen Kundendaten in das neue System migrieren" - "Und wir möchten unsere bestehenden CRM-Prozesse optimieren"

a) Welcher IT-Projekttyp entspricht welcher Anforderung? b) Nennen Sie für jeden Projekttyp eine spezifische Herausforderung und eine geeignete Maßnahme. c) Wie würden Sie die drei Projekte in einem übergeordneten Programm koordinieren?

Lösung: a) Projekttypen:

Anforderung Projekttyp
"Neue mobile App für Kunden entwickeln" Entwicklungsprojekt
"Historische Kundendaten in das neue System migrieren" Migrationsprojekt
"Bestehende CRM-Prozesse optimieren" Optimierungsprojekt

b) Spezifische Herausforderungen und Maßnahmen:

Projekttyp Spezifische Herausforderung Geeignete Maßnahme
Entwicklungsprojekt
(Mobile App)
Anforderungsmanagement: Anforderungen sind oft unvollständig oder ändern sich im Projektverlauf Agiles Requirements Engineering (z.B. Scrum mit Sprints), Stakeholder-Workshops, User Stories, Continuous Feedback
Migrationsprojekt
(Datenmigration)
Datenintegrität: Risiko von Datenverlust oder Datenkorruption bei Migration Datenvalidierung, Hash-Verfahren zur Datenprüfung, Testmigrationen mit Testdaten, Rollback-Plan vorbereiten und testen
Optimierungsprojekt
(CRM-Prozesse)
Regressionen: Optimierungen können andere Funktionen brechen Regressive Tests, Testautomatisierung, Versionsmanagement, Careful Refactoring

c) Koordination der drei Projekte in einem übergeordneten Programm:

Programmstruktur:

graph TD
    A[Programm: Kundensystem-Modernisierung] --> B[Projekt 1: Mobile App<br/>Entwicklungsprojekt]
    A --> C[Projekt 2: Datenmigration<br/>Migrationsprojekt]
    A --> D[Projekt 3: CRM-Prozesse<br/>Optimierungsprojekt]

    B --> E[Meilenstein: App MVP fertig]
    C --> F[Meilenstein: Daten migration fertig]
    D --> G[Meilenstein: Prozesse optimiert]

    E --> H[Programm-Meilenstein: Alle Einzelprojekte fertig]
    F --> H
    G --> H

    H --> I[Integration & Testing]
    I --> J[Programm-Go-Live]

    style A fill:#ffecb3
    style H fill:#c8e6c9
    style J fill:#4caf50

Koordinationsmaßnahmen:

Koordinationsaspekt Maßnahmen
Programmmanagement Programmmanager für übergeordnete Koordination aller drei Projekte
Gemeinsame Meilensteine Definition von gemeinsamen Meilensteinen und Abhängigkeiten
Integrations-Tests Integrierte Tests über alle drei Projekte hinweg (App + CRM-Prozesse + migrierte Daten)
Ressourcen-Management Gemeinsames Ressourcen-Management (Entwickler, Tester, Datenbankexperten)
Risikomanagement Gemeinsames Risikomanagement für das gesamte Programm
Kommunikation Gemeinsame Kommunikation an alle Stakeholder
Qualitätsmanagement Gemeinsame QM-Standards und Teststrategien
Change Management Gemeinsames Change-Management für Änderungen, die mehrere Projekte betreffen
Go-Live-Koordination Koordinierter Go-Live aller drei Projekte (ggf. Phasen-Rollout)
Frage 5: Rollout-Strategien

Ein Krankenhaus plant die Einführung eines neuen Elektronischen Gesundheitsakten-Systems (EHR). Das System ist: - Kritisch für den klinischen Betrieb - Wird von 800 Mitarbeitern (Ärzte, Pfleger, Verwaltung) genutzt - Ist komplex mit vielen Schnittstellen zu Labor, Radiologie, Apotheke, etc. - Hat hohe Compliance-Anforderungen (Patientenschutz, Datenschutzgesetze)

Die Projektleitung diskutiert verschiedene Rollout-Strategien.

a) Welche Rollout-Strategien kommen in Frage? Nennen Sie alle und charakterisieren sie kurz. b) Welche Strategie(n) würden Sie empfehlen und warum? c) Erstellen Sie einen groben Rollout-Plan für Ihre empfohlene Strategie.

Lösung: a) Rollout-Strategien in Frage:

Strategie Charakteristik Geeignet für dieses Szenario?
Big Bang (Stichtagseinführung) Alle Benutzer gleichzeitig zum Stichtag Nicht empfohlen - Zu hohes Risiko für kritisches System mit 800 Benutzern
Pilotierung Testlauf in einer Region, Abteilung oder einem Funktionsbereich, Erfahrungen sammeln, dann Rollout auf alle Bereiche Empfohlen - Ideal für kritisches System mit vielen Benutzern, ermöglicht Lernerfahrung und Risikominimierung
Sukzessive Einführung (Step by Step) Schrittweise Einführung (regional, funktional oder prozessorientiert), Ressourcen und Teams geschont Empfohlen - Gut geeignet, um Ressourcen zu schonen und Schritt für Schritt zu lernen
Paralleleinführung Altes und neues System parallel betrieben, höchste Sicherheit Nicht empfohlen - Zu hoher Aufwand (doppelte Dateneingabe im Klinikumfeld ist kritisch)
Sandbox Isolierte Testumgebung vor Live-Start Empfohlen als Vorstufe zu Pilotierung

b) Empfehlung: Sandbox + Pilotierung + Sukzessive Einführung

Empfohlene Strategie-Kombination: 1. Sandbox-Phase: System in isolierter Testumgebung ausprobieren 2. Pilot-Phase: Pilot in einer Klinik-Abteilung (z.B. Radiologie, 50 Mitarbeiter) für 4-6 Wochen 3. Sukzessiver Rollout: Schrittweise Einführung in weiteren Abteilungen (z.B. 2-3 Abteilungen pro Woche) über 8-12 Wochen

Begründung: - Risikominimierung: Pilotierung und sukzessiver Rollout minimieren Risiko - Lernerfahrung: Erfahrungen aus Pilot und frühen Phasen nutzen - Ressourcen-Schonung: Sukzessiver Rollout schont Ressourcen und Teams - Patientensicherheit: Schrittweise Einführung minimiert Risiko für Patienten - Compliance: Sorgfältiges Vorgehen ist wichtig für Compliance (Patientenschutz, Datenschutz) - Akzeptanz: Schrittweise Einführung erhöht Akzeptanz der Mitarbeiter - Realistisch: Realistische Erwartungshaltung, kein Big Bang mit zu hohem Risiko

c) Grober Rollout-Plan:

Phase Dauer Aktivitäten Ziel
1. Sandbox-Phase 4 Wochen System in isolierter Testumgebung, Integrationstests, Datenmigrationstests Technische Machbarkeit prüfen
2. Pilot-Phase 6 Wochen Rollout in einer Pilot-Abteilung (Radiologie, 50 Mitarbeiter), Hypercare (2 Wochen), Erfahrungen sammeln Lernerfahrung, Risikominimierung
3. Erfahrungen sammeln & Anpassung 2 Wochen Learnings dokumentieren, Verbesserungen implementieren Optimierung vor Haupt-Rollout
4. Sukzessiver Rollout - Phase 1 2 Wochen Rollout in 2-3 weiteren Abteilungen (150 Mitarbeiter), Hypercare (1 Woche) Rollout beginnen
5. Sukzessiver Rollout - Phase 2 2 Wochen Rollout in 2-3 weiteren Abteilungen (150 Mitarbeiter), Hypercare (1 Woche) Rollout fortsetzen
6. Sukzessiver Rollout - Phase 3 2 Wochen Rollout in 2-3 weiteren Abteilungen (150 Mitarbeiter), Hypercare (1 Woche) Rollout fortsetzen
7. Sukzessiver Rollout - Phase 4 2 Wochen Rollout in verbleibenden Abteilungen (300 Mitarbeiter), Hypercare (1 Woche) Rollout abschließen
8. Gesamtsystem-Hypercare 3 Wochen Intensive Nachbetreuung aller Abteilungen, Stabilisierung Stabilisierter Betrieb
9. Nachbetreuung 8-12 Wochen Langfristige Stabilisierung, Optimierung, Übergabe an Betrieb Nachhaltiger Betrieb

Gesamtdauer: ca. 31-35 Wochen (ca. 8-9 Monate)

Alternative bei Dringlichkeit

Falls gesetzliche Vorgaben oder Dringlichkeit eine schnellere Einführung erfordern, könnte eine beschleunigte Variante gewählt werden: - Kürzere Sandbox-Phase (2 Wochen) - Kürzere Pilot-Phase (4 Wochen) - Größere Phasen im sukzessiven Rollout (z.B. 4 Abteilungen pro Phase statt 2-3) - Aber: Höheres Risiko, mehr Ressourcen in den Phasen erforderlich

Frage 6: Hypercare vs. Nachbetreuung

Ein Unternehmen hat ein neues Supply Chain Management (SCM) System eingeführt und jetzt ist der Go-Live vorbei. Die Projektleitung muss die Hypercare-Phase und die Nachbetreuungsphase planen.

a) Was ist der Hauptunterschied zwischen Hypercare-Phase und Nachbetreuungsphase? b) Welche spezifischen Aktivitäten sollten in der Hypercare-Phase durchgeführt werden? c) Welche spezifischen Aktivitäten sollten in der Nachbetreuungsphase durchgeführt werden? d) Wie lange sollten Hypercare und Nachbetreuung für ein SCM-System mit 200 Benutzern dauern?

Lösung: a) Hauptunterschied zwischen Hypercare und Nachbetreuung:

Aspekt Hypercare-Phase Nachbetreuungsphase
Zeitpunkt Kurz nach dem Go-Live, intensiv, technisch fokussiert Nachgelagerte Phase, stabilisierend und unterstützend
Fokus Reaktive Fehlerbehebung und schnelle Problembehandlung Proaktive Optimierung und Nutzerbegleitung
Team Projektteam ist stark involviert (Entwickler, Systemadministratoren, Support) Projektteam reduziert, Supportteam zunehmend aktiv
Dauer Wenige Tage bis Wochen Einige Tage bis Monate
Ziel Stabiler Start (schnelle Stabilisierung) Nachhaltige Stabilität und Zufriedenheit
Intensität Sehr hoch (24/7 in kritischen Fällen) Mittel bis gering (reguläre Arbeitszeiten)
Kommunikation Tägliche Updates, sehr eng Wöchentliche Updates, moderat
Dokumentation Fokus auf Hotfixes und Troubleshooting Fokus auf Optimierung, Reports, Lessons Learned
Kosten Hohe Kosten (viel Personal, Überstunden) Mittlere Kosten (weniger Personal, reguläre Arbeitszeiten)

b) Spezifische Aktivitäten in der Hypercare-Phase:

Bereich Aktivitäten Verantwortlicher
Technische Stabilisierung Überwachung von Systemverfügbarkeit, Performance, Schnittstellen, Backup-Prozessen Systemadministratoren, DevOps
Fehleranalyse & -behebung Bearbeitung von Tickets, Hotfixes, Nachjustierungen in der Konfiguration Entwickler, Test-Team
Benutzersupport Ansprechpartner für Anwender, Schulung "on the job", FAQ-Erstellung Support-Team, Trainer
Kommunikation & Koordination Regelmäßige Hypercare-Meetings, tägliche Statusberichte, Priorisierung von Problemen Projektleiter, Rolloutmanager
Dokumentation Nachführung von Betriebshandbuch, Troubleshooting-Guides, Lessons Learned Dokumentationsverantwortliche
Übergabevorbereitung Checklisten, Abnahmeprotokolle, Verantwortungsübergabe an Betrieb oder Support-Level Projektleiter, Betriebsteam

c) Spezifische Aktivitäten in der Nachbetreuungsphase:

Bereich Aktivitäten Verantwortlicher
Stabilisierung des Produktivbetriebs Überwachung des Systemverhaltens, frühzeitiges Erkennen von Problemen, Optimieren von Abläufen Systemadministratoren, DevOps
Abarbeiten offener Punkte** Erledigung kleinerer technischer oder organisatorischer Aufgaben ("Open Issues") Projektteam, Support-Team
Unterstützung der Anwender Zusätzliche Hilfe, Schulung oder Beratung bei Spezialfällen, Erstellen von Quick-Guides Support-Team, Trainer
Wissensübergabe Einarbeitung des Betriebsteams, gemeinsame Fehleranalysen, Bereitstellung von Dokumentationen Projektteam, Betriebsteam
Bewertung und Feinschliff Optimierungen: Anpassungen von Reports, kleinere Prozessänderungen, Performance-Verbesserungen Entwickler, Fachbereich
Monitoring & Reporting Erstellen von Nachbetreuungsberichten, Fehlerstatistiken, Systemnutzungsanalysen Projektleiter, Support-Team
Projektabschluss Durchführung eines Abschlussmeetings, Kundenzufriedenheitsanalyse, formale Projektabnahme Projektleiter, Stakeholder

d) Empfohlene Dauer für SCM-System mit 200 Benutzern:

Phase Empfohlene Dauer Begründung
Hypercare-Phase 10-14 Tage (2 Wochen) Mittleres Projekt (200 Benutzer), kritisches System (SCM), aber nicht so komplex wie ERP oder klinische Systeme
Nachbetreuungsphase 8-12 Wochen (2-3 Monate) Mittleres Projekt, System muss stabilisiert werden, Optimierungen, Übergabe an Betrieb

Gesamtnachbetreuungszeit: ca. 10-14 Wochen (2,5-3 Monate)

Detaillierung:

  • Hypercare: 2 Wochen intensiver Support (24/7 während Arbeitszeit, evtl. Wochenende bei kritischen Problemen)
  • Nachbetreuung: 8-12 Wochen mit wöchentlichem oder 14-tägigem Support-Team, Projektteam reduziert, Betriebsteam übernimmt nach 4-6 Wochen

!!! note "Faktoren für die Dauer: - Projektgröße: 200 Benutzer = mittleres Projekt - System-Kritikalität: SCM ist kritisch, aber weniger kritisch als klinische Systeme oder Finanzsysteme - Komplexität: SCM ist komplex, aber weniger komplex als ERP - Benutzer-Zahl: 200 Benutzer ist mittel, nicht sehr hoch - Geografische Verteilung: Wenn Benutzer an einem Standort oder in wenigen Standorten, kann Hypercare kürzer sein - Erfahrung des Unternehmens:** Wenn das Unternehmen Erfahrung mit ähnlichen Projekten hat, kann die Dauer reduziert werden

Frage 7: Änderungsmanagement und Change Control Board

Ein IT-Projekt für ein Unternehmen hat ein Change Control Board (CCB) eingerichtet. Folgender Change Request wurde eingereicht:

CR-ID: CR-2026-001 Titel: Hinzufügen einer BI-Export-Funktion für Dashboards Beschreibung: Anwender möchten Dashboards als PDF und Excel exportieren können Begründung: Wichtig für Management-Reporting und Kunden-Präsentationen Antragsteller: Leiter Marketing Priorität: P2 (Hoch) Kategorie: Neue Funktion Geschätzter Aufwand: 3 Wochen Entwicklung + 1 Woche Testing Geschätzte Kosten: 15.000 €

a) Sollte der Projektleiter oder das CCB entscheiden? Warum? b) Führen Sie eine Auswirkungsanalyse durch (Scope, Zeit, Kosten, Qualität, Risiken). c) Welche Entscheidung würden Sie empfehlen und warum?

Lösung: a) Entscheidung: Change Control Board (CCB)

Begründung: - Großer Change: Neue Funktion mit 3-4 Wochen Aufwand ist keine kleine Änderung - Hohe Kosten: 15.000 € sind signifikant und müssen im Budget berücksichtigt werden - Zeitliche Auswirkung: 4 Wochen Verzögerung des Projekts oder Parallelentwicklung mit Ressourcenkonflikten - Scope-Erweiterung: Die BI-Export-Funktion war nicht im ursprünglichen Scope enthalten - Kritikalität: BI und Reporting ist für das Unternehmen wichtig, daher hohe strategische Bedeutung - Kriterien für CCB: Alle Kriterien (großer Change, hohe Kosten, zeitliche Auswirkung, strategische Bedeutung) sind erfüllt

b) Auswirkungsanalyse:

Auswirkungsaspekt Analyse
Scope Scope-Erweiterung: Die BI-Export-Funktion ist eine neue Funktion, die ursprünglich nicht geplant war. Dies erweitert den Projektumfang.
Zeit Zeitverzug von 4 Wochen: 3 Wochen Entwicklung + 1 Woche Testing. Dies kann zu Verzögerung des Meilensteins "Go-Live" oder Parallelentwicklung mit Ressourcenkonflikten führen.
Kosten Kostenüberschreitung von 15.000 €: Dies entspricht ca. X% des ursprünglichen Budgets (Basis-Information wäre notwendig, z.B. wenn Gesamtbudget 150.000 €, dann +10%).
Qualität Auswirkung auf Qualität: Positiv: Die Export-Funktion erfüllt eine wichtige Anforderung. Negativ: Zusätzliche Entwicklung erhöht das Risiko von Fehlern, Testing muss erweitert werden.
Risiken Neue Risiken: (1) Performance-Risiko bei großen Dashboards, (2) Formatierungsprobleme bei Export, (3) Integration mit BI-Tool, (4) Ressourcenkonflikte mit anderen Aufgaben.
Abhängigkeiten Abhängigkeiten: (1) Integration mit BI-Tool oder Reporting-Framework, (2) Abhängigkeit von Dashboard-Konfiguration, (3) Abhängigkeit von Datensicherheit (Export von sensiblen Daten).
Nachforderungen Nachforderungen: (1) Zeitverlängerung des Projekts, (2) Budgeterhöhung, (3) Ggf. zusätzliche Ressourcen für Testing.

c) Empfehlung: Genehmigt mit Bedingungen

Empfohlene Entscheidung: Genehmigt mit Bedingungen (Genehmigt mit Änderungen)

Bedingungen: 1. Zeitrahmen: Die Entwicklung sollte in einem definierten Zeitrahmen (z.B. 4-5 Wochen) stattfinden, ohne kritische Meilensteine zu gefährden 2. Budget: Die Kosten von 15.000 € werden akzeptiert, aber müssen im Budget berücksichtigt werden (ggf. Budgeterhöhung oder Einsparungen in anderen Bereichen) 3. Ressourcen: Es müssen ausreichende Ressourcen (Entwickler, Tester) verfügbar sein, ohne andere Aufgaben zu gefährden 4. Testing: Umfassende Testing (Einheitentests, Integrationstests, User Acceptance Tests) ist erforderlich, besonders Performance-Tests 5. Sicherheitsaspekte: Sicherheitsaspekte müssen berücksichtigt werden (Export von sensiblen Daten, Berechtigungsmanagement) 6. Priorisierung: Die BI-Export-Funktion sollte priorisiert werden (z.B. nach kritischen Features, aber vor nice-to-have Features) 7. Dokumentation: Umfassende Dokumentation (Benutzerhandbuch, Admin-Guide) ist erforderlich

Alternative Empfehlung: Falls das Budget knapp ist oder der Zeitplan sehr kritisch ist, könnte eine alternative Entscheidung sein:

Alternative Empfehlung Begründung
Genehmigt, aber in Phase 2 Genehmigen, aber erst in Phase 2 (nach Go-Live) Erfüllt die Anforderung, aber ohne die kritische Phase 1 zu gefährden
Zurückgestellt Zurückstellen bis nach Go-Live Minimiert Risiko für Phase 1, aber enttäuscht den Antragsteller
Teilweise genehmigt Nur PDF-Export (nicht Excel) Reduziert Aufwand und Zeit, erfüllt einen Teil der Anforderung
Abgelehnt Abgehnen Wenn das Budget oder Zeitplan keine Änderungen zulässt
Frage 8: Risikomanagement und Risikoanalyse

Ein IT-Projekt hat folgende Risiken identifiziert:

Risk-ID Risiko Eintrittswahrscheinlichkeit Auswirkung
R-001 Lieferant der Komponente X kann nicht termingerecht liefern Hoch (4) Mittel (3)
R-002 Datenbank-Performance bei >100.000 Datensätzen nicht ausreichend Mittel (3) Hoch (4)
R-003 Fachbereich X lehnt neue Software ab Mittel (3) Kritisch (4)
R-004 Kritischer Mitarbeiter geht während Projektlaufzeit Gering (2) Kritisch (4)
R-005 Budget wird nicht genehmigt Gering (2) Kritisch (4)

a) Berechnen Sie die Risikopriorität (RPN) für jedes Risiko. b) Welche Risiken haben die höchste Priorität und sollten prioritär behandelt werden? c) Für jedes der Top-3-Risiken: Nennen Sie eine geeignete Risikobehandlungsstrategie und eine konkrete Maßnahme.

Lösung: a) Risikopriorität (RPN = Wahrscheinlichkeit × Auswirkung):

Risk-ID Risiko Wahrscheinlichkeit Auswirkung RPN Priorität
R-001 Lieferant der Komponente X kann nicht termingerecht liefern 4 (Hoch) 3 (Mittel) 12 Hoch
R-002 Datenbank-Performance bei >100.000 Datensätzen nicht ausreichend 3 (Mittel) 4 (Hoch) 12 Hoch
R-003 Fachbereich X lehnt neue Software ab 3 (Mittel) 4 (Kritisch) 12 Hoch
R-004 Kritischer Mitarbeiter geht während Projektlaufzeit 2 (Gering) 4 (Kritisch) 8 Mittel
R-005 Budget wird nicht genehmigt 2 (Gering) 4 (Kritisch) 8 Mittel

b) Top-3-Risiken nach RPN:

Rang Risk-ID Risiko RPN Priorität
1 R-001, R-002, R-003 Alle drei haben RPN = 12 12 Hoch
2 R-004, R-005 Beide haben RPN = 8 8 Mittel

Höchste Priorität: Alle drei Risiken mit RPN = 12 (R-001, R-002, R-003) sollten prioritär behandelt werden.

c) Risikobehandlungsstrategien und konkrete Maßnahmen für Top-3-Risiken:

Risk-ID Risikobehandlungsstrategie Konkrete Maßnahme
R-001
(Lieferant kann nicht termingerecht liefern)
Minderung oder Übertragen Minderung: Frühzeitige Kommunikation mit Lieferant, Alternativlieferanten identifizieren, Puffer im Zeitplan einplanen, Teil-Lieferungen vereinbaren
Übertragen: SLA mit Lieferant, Strafzahlungen bei Verzögerung
R-002
(Datenbank-Performance nicht ausreichend)
Minderung oder Vermeiden Minderung: Performance-Tests vor Go-Live, Indizes optimieren, Datenbanktuning, Load Balancing, Skalierungsstrategie
Vermeiden: Alternative Datenbank-Technologie mit besserer Performance, Archivierungsstrategie für historische Daten
R-003
(Fachbereich lehnt neue Software ab)
Minderung Minderung: Stakeholder-Management, Early-Bird-Programm, frühzeitige Einbindung des Fachbereichs, Benefits kommunizieren, Training, Schulung, Change-Management, Feedback-Schleifen

Zusätzliche Strategien für R-001, R-002, R-003:

Kombination von Strategien ist oft optimal:

Risk-ID Strategie-Kombination
R-001 Minderung + Übertragen: Frühzeitige Kommunikation + SLA + Strafzahlungen
R-002 Minderung + Vermeiden: Performance-Tests + Optimierung + ggf. Alternative Technologie
R-003 Minderung + Accept: Stakeholder-Management + Training + Kontingenz-Reserve für Widerstand
Frage 9: Das Magische Dreieck

Ein Projektteam hat einen Change Request für eine neue Funktion erhalten. Die neue Funktion würde die Projektdauer um 3 Wochen verlängern und die Kosten um 25.000 € erhöhen. Die Projektleitung diskutiert verschiedene Optionen.

Option A: Funktion umsetzen (Zeit +3 Wochen, Kosten +25.000 €) Option B: Funktion nicht umsetzen (Zeit unverändert, Kosten unverändert) Option C: Funktion umsetzen, aber eine andere Funktion entfernen (Zeit +1 Woche, Kosten +10.000 €)

a) Erklären Sie das Magische Dreieck und den Zielkonflikt zwischen Zeit, Kosten und Qualität. b) Führen Sie eine Trade-off-Analyse für die drei Optionen durch. c) Welche Option würden Sie empfehlen und unter welchen Bedingungen?

Lösung: a) Das Magische Dreieck (Projektmanagement-Dreieck) beschreibt den Zielkonflikt zwischen den drei zentralen Parametern:

Parameter des Magischen Dreiecks: - Zeit: Termine, Meilensteine, Projektdauer - Kosten/Aufwand: Budget, Ressourcen, Aufwand - Leistung/Qualität: Umfang (Scope), Anforderungen, Qualität der Ergebnisse

Zielkonflikt: - Eine Änderung an einem Parameter hat zwingend Auswirkungen auf mindestens einen anderen Parameter - Kostensenkung führt meist zu Zeitverlängerung oder Qualitätsverlust - Zeitverkürzung führt meist zu Kostensteigerung oder Qualitätsverlust - Qualitätserhöhung führt meist zu Kostensteigerung oder Zeitverlängerung - Umfangserhöhung (neue Funktionen) führt zu Kostensteigerung oder Zeitverlängerung oder Qualitätsverlust

graph TD
    A[Zeit<br/>Termine] --- B[Leistung/Qualität<br/>Umfang, Anforderungen]
    B --- C[Kosten/Aufwand<br/>Budget, Ressourcen]
    C --- A

    style A fill:#ffecb3
    style B fill:#c8e6c9
    style C fill:#ffcdd2

b) Trade-off-Analyse:

Option Zeit Kosten Qualität/Scope Bewertung
Option A (Funktion umsetzen) +3 Wochen +25.000 € + (neue Funktion) Mittel bis Hoch (neue Funktion, aber höhere Kosten und Zeit)
Option B (Funktion nicht umsetzen) - - - (keine neue Funktion) Gering (keine Verbesserung, aber auch keine Kosten oder Zeit)
Option C (Funktion umsetzen, andere entfernen) +1 Woche +10.000 € 0 (Funktion hinzugefügt, andere entfernt) Mittel bis Hoch (Balance zwischen Kosten, Zeit und Funktionen)

Analyse der Optionen:

  • Option A (Funktion umsetzen):
  • Vorteil: Neue Funktion wird implementiert
  • Nachteil: Hohe Kosten (+25.000 €), Zeitverzögerung (+3 Wochen)
  • Besser, wenn die neue Funktion sehr wichtig ist und Budget und Zeit kein begrenzender Faktor sind

  • Option B (Funktion nicht umsetzen):

  • Vorteil: Keine Kosten- oder Zeitüberschreitung
  • Nachteil: Keine neue Funktion, Kundenanforderung nicht erfüllt
  • Besser, wenn Budget und Zeit sehr begrenzt sind oder die neue Funktion nicht kritisch ist

  • Option C (Funktion umsetzen, andere entfernen):

  • Vorteil: Neue Funktion wird implementiert, moderate Kosten (+10.000 €), moderate Zeitverzögerung (+1 Woche)
  • Nachteil: Andere Funktion wird entfernt (Scope-Reduktion)
  • Besser, wenn die neue Funktion wichtiger ist als die entfernte Funktion

c) Empfehlung: Option C unter bestimmten Bedingungen

Empfohlene Option: Option C (Funktion umsetzen, andere entfernen)

Bedingungen für Empfehlung: 1. Die neue Funktion ist wichtiger als die entfernte Funktion (Business-Value-Analyse) 2. Budget und Zeit sind begrenzt (keine Möglichkeit für Option A) 3. Die entfernte Funktion ist nicht kritisch (kein Muss-Haben) 4. Die entfernte Funktion kann in einem zukünftigen Projekt implementiert werden

Alternativ-Empfehlungen:

Situation Empfehlung Begründung
Neue Funktion ist kritisch (Muss-Haben) Option A (oder Option C mit anderer Funktion entfernen) Kritische Funktionen müssen implementiert werden, unabhängig von Kosten und Zeit
Budget und Zeit sind sehr begrenzt Option B (oder Option C mit sehr kleiner Funktion entfernen) Wenn Budget und Zeit nicht ausreichen, muss auf die neue Funktion verzichtet werden
Neue Funktion ist wichtig, aber nicht kritisch Option C Balance zwischen Kosten, Zeit und Funktionen: Neue Funktion implementieren, weniger kritische Funktion entfernen
Neue Funktion ist Nice-to-have Option B Nice-to-have Funktionen können postponed werden
Kunde ist bereit, Budget und Zeit zu erhöhen Option A Wenn Kunde bereit ist, zusätzliche Kosten und Zeit zu akzeptieren, sollte die neue Funktion implementiert werden

!!! note "Wichtige Überlegungen: - Business-Value-Analyse: Kunden- und Stakeholder-Erwartungen priorisieren - Muss-Haben vs. Kann-Haben vs. Sollte-Haben: Kategorisierung von Anforderungen - Budget- und Zeit-Rahmen: Berücksichtigung der Restriktionen - Kunden-Kommunikation:** Transparente Kommunikation mit Kunden über Trade-offs

Frage 10: Stakeholder-Management

Ein IT-Projekt hat folgende Stakeholder identifiziert:

Stakeholder Rolle Einfluss Macht Einstellung
S1 CEO Hoch Hoch Positiv
S2 CTO Hoch Hoch Neutral
S3 Leiter Marketing Mittel Mittel Negativ
S4 Leiter IT-Operations Hoch Mittel Positiv
S5 Key User (Anwender) Niedrig Gering Neutral
S6 Lieferant (Software-Hersteller) Mittel Mittel Positiv

a) Erklären Sie die Stakeholder-Matrix (Einfluss/Macht). b) Welche Stakeholder sollten prioritär gemanagt werden? Warum? c) Für den Stakeholder mit negativer Einstellung (S3): Nennen Sie 3 Maßnahmen, um die Einstellung zu verbessern.

Lösung: a) Die Stakeholder-Matrix (auch Power/Interest Matrix oder Einfluss-Macht-Matrix genannt) ordnet Stakeholder basierend auf Einfluss und Macht:

Definitionen: - Einfluss (Interest): Wie stark der Stakeholder das Projekt beeinflussen möchte oder wie stark das Projekt den Stakeholder beeinflusst - Macht (Power): Wie viel Macht der Stakeholder hat, um das Projekt zu beeinflussen (Entscheidungsreichweite)

Stakeholder-Matrix:

graph TD
    subgraph "Hoch"
    A[Hoch / Hoch<br/>Manage Closely]
    B[Hoch / Mittel<br/>Keep Satisfied]
    end

    subgraph "Niedrig"
    C[Niedrig / Hoch<br/>Keep Informed]
    D[Niedrig / Niedrig<br/>Monitor]
    end

    A --- B
    C --- D
    A --- C
    B --- D

    style A fill:#f44336
    style B fill:#ff9800
    style C fill:#4caf50
    style D fill:#2196f3

Quadranten der Stakeholder-Matrix:

Quadrant Macht Einfluss Strategie Stakeholder aus Beispiel
Manage Closely (Enges Management) Hoch Hoch Enges Management, kontinuierliche Kommunikation, hohe Aufmerksamkeit S1 (CEO), S2 (CTO)
Keep Satisfied (Zufriedenstellen) Hoch Mittel Zufriedenstellen, regelmäßige Updates, keine Überraschungen S4 (Leiter IT-Operations)
Keep Informed (Informiert halten) Niedrig Hoch Regelmäßig informieren, Feedback einholen, aber nicht zu viele Ressourcen S3 (Leiter Marketing), S6 (Lieferant)
Monitor (Überwachen) Niedrig Niedrig Minimaler Aufwand, gelegentliches Update S5 (Key User)

b) Stakeholder, die prioritär gemanagt werden sollten:

Top-Priorität (Manage Closely): - S1 (CEO): Hohe Macht, hoher Einfluss, positive Einstellung. CEO ist entscheidend für Budget-Genehmigung und strategische Unterstützung. - S2 (CTO): Hohe Macht, hoher Einfluss, neutrale Einstellung. CTO ist entscheidend für technische Entscheidungen und Ressourcen-Zuweisung.

Mittlere Priorität (Keep Satisfied): - S4 (Leiter IT-Operations): Hohe Macht, mittlerer Einfluss, positive Einstellung. IT-Operations ist entscheidend für Go-Live und Betrieb.

Niedrige Priorität (Keep Informed): - S3 (Leiter Marketing): Mittlere Macht, mittlerer Einfluss, negative Einstellung. Marketing ist wichtig für Akzeptanz, aber hat nicht so viel Macht wie CEO oder CTO. - S6 (Lieferant): Mittlere Macht, mittlerer Einfluss, positive Einstellung. Lieferant ist wichtig, aber weniger kritisch als interne Stakeholder.

Sehr niedrige Priorität (Monitor): - S5 (Key User): Niedrige Macht, niedriger Einfluss, neutrale Einstellung. Key User sind wichtig für Akzeptanz, aber haben wenig Entscheidungsmacht.

c) Maßnahmen für Stakeholder mit negativer Einstellung (S3 - Leiter Marketing):

Ziel: Einstellung von negativ zu neutral oder positiv ändern.

Maßnahme Beschreibung Verantwortlicher Zeitrahmen
Maßnahme 1: Stakeholder-Interviews Persönliche Interviews mit dem Leiter Marketing, um Bedenken und Wünsche zu verstehen Projektleiter Sofort
Maßnahme 2: Benefits-Kommunikation Transparente Kommunikation über die Vorteile des Projekts für Marketing (z.B. bessere Daten für Marketing-Kampagnen, Effizienzsteigerung) Projektleiter, Kommunikation-Team Sofort
Maßnahme 3: Early-Bird-Programm Marketing als Pilot-Abteilung für neue Funktionen oder Module Projektleiter, Fachbereich In 2-4 Wochen
Maßnahme 4: Einbindung in Entscheidungen Aktive Einbindung des Leiters Marketing in Entscheidungen, die Marketing betreffen Projektleiter, Stakeholder Laufend
Maßnahme 5: Schulung und Training Umfangreiche Schulung und Training für das Marketing-Team Trainer, Projektleiter Vor Go-Live
Maßnahme 6: Feedback-Schleifen Regelmäßige Feedback-Sitzungen mit Marketing, um Bedenken frühzeitig zu adressieren Projektleiter Wöchentlich
Maßnahme 7: Anpassung von Anforderungen Berücksichtigung von Marketing-Anforderungen in der Planung, wo möglich Projektleiter, Fachbereich Laufend
Maßnahme 8: Change-Management Professionelles Change-Management für das Marketing-Team Change-Manager Vor und während Go-Live
Frage 11: Qualitätsmanagement und Testmanagement

Ein Entwicklungsteam hat eine neue Funktion implementiert und soll sie in die Produktion bringen. Der Projektleiter möchte sicherstellen, dass die Qualität hoch ist.

a) Was ist der Unterschied zwischen konstruktiven und analytischen QM-Maßnahmen? b) Nennen Sie 3 konstruktive und 3 analytische QM-Maßnahmen für diese Situation. c) In welcher Reihenfolge sollten Test-Level (Unit Tests, Integration Tests, System Tests, Acceptance Tests) durchgeführt werden und warum?

Lösung: a) Unterschied zwischen konstruktiven und analytischen QM-Maßnahmen:

QM-Maßnahme-Typ Beschreibung Zeitpunkt Ziel
Konstruktive QM-Maßnahmen Maßnahmen, die verhindern, dass Fehler entstehen (präventiv) Während der Entwicklung oder Planung Fehler gar nicht erst entstehen lassen
Analytische QM-Maßnahmen Maßnahmen, die erkennen, dass Fehler bereits entstanden sind (reaktiv) Nach der Entwicklung oder Implementierung Bereits entstandene Fehler finden und beheben

b) Konstruktive und analytische QM-Maßnahmen:

Konstruktive QM-Maßnahmen (präventiv):

Maßnahme Beschreibung Verantwortlicher
Coding Standards Vereinbarte Coding-Richtlinien einhalten Entwickler, Tech Lead
Code Reviews Überprüfung von Code durch Kollegen (Peer Reviews) Entwickler-Team
Pair Programming Zwei Entwickler gemeinsam am Code arbeiten Entwickler-Team
Static Analysis Automatische Analyse von Code (z.B. SonarQube, ESLint) DevOps, Entwickler
Design Reviews Überprüfung von Design-Entscheidungen Architekt, Entwickler-Team
Dokumentation Technische Dokumentation erstellen Entwickler-Team

Analytische QM-Maßnahmen (reaktiv):

Maßnahme Beschreibung Verantwortlicher
Einheitentests (Unit Tests) Tests einzelner Komponenten, Funktionen, Klassen Entwickler
Integrationstests Tests der Interaktion zwischen Komponenten Test-Team, Entwickler
Systemtests Tests des Gesamtsystems (End-to-End Tests) Test-Team
Acceptance Tests (UAT) Abnahmetests durch Endanwender Key User, Stakeholder
Performance-Tests Tests von Performance und Skalierbarkeit Test-Team
Security-Tests Penetrationstests, Security Audits Security-Team, Test-Team

c) Reihenfolge der Test-Level und Begründung:

Reihenfolge der Test-Level:

graph LR
    A[Unit Tests<br/>Einheitentests] --> B[Integration Tests<br/>Integrationstests]
    B --> C[System Tests<br/>Systemtests]
    C --> D[Acceptance Tests<br/>Abnahmetests]

    style A fill:#e3f2fd
    style B fill:#fff9c4
    style C fill:#ffecb3
    style D fill:#c8e6c9

Reihenfolge und Begründung:

Test-Level Reihenfolge Begründung
1. Unit Tests (Einheitentests) Zuerst Schnellste Tests, isoliertest, finden Fehler in einzelnen Komponenten frühzeitig
2. Integration Tests Zweitens Tests der Interaktion zwischen Komponenten, benötigen funktionierende Komponenten (nach Unit Tests)
3. System Tests Drittens Tests des Gesamtsystems, benötigen funktionierende Integration (nach Integration Tests)
4. Acceptance Tests (UAT) Zuletzt Abnahme durch Anwender, benötigen funktionierendes Gesamtsystem (nach System Tests)

Begründung der Reihenfolge:

  1. Effizienz: Unit Tests sind am schnellsten und finden Fehler frühzeitig, was Kosten für spätere Tests und Reparaturen reduziert
  2. Isolierung: Unit Tests isolieren Fehler in einzelnen Komponenten, was Debugging erleichtert
  3. Abhängigkeiten: Integration Tests benötigen funktionierende Komponenten (nach Unit Tests), System Tests benötigen funktionierende Integration (nach Integration Tests)
  4. Kosten: Fehler, die in Unit Tests gefunden werden, kosten deutlich weniger als Fehler, die erst in System Tests oder Acceptance Tests gefunden werden
  5. Realismus: Jede Test-Stufe erhöht den Realismus und Testumfang, ist aber auch aufwendiger

!!! note "Kosten für Fehler in verschiedenen Test-Stufen: - Unit Tests: Kosten: 1x (sehr gering) - Integration Tests: Kosten: 10x - System Tests: Kosten: 100x - Acceptance Tests: Kosten: 1.000x - Produktion (Post-Deployment):** Kosten: 10.000x (sehr hoch)

Daher: **Früher Testen = Geringere Kosten!**
Frage 12: Projektabschluss und Übergabe

Ein Projekt ist kurz vor dem Abschluss. Die Projektleitung muss die Übergabe an den Betrieb vorbereiten.

a) Was sind die wichtigsten Schritte bei der Übergabe vom Projekt in den Regelbetrieb? b) Welche Dokumentationen sollten übergeben werden? c) Kriterien für einen erfolgreichen Projektabschluss?

Lösung: a) Wichtigste Schritte bei der Übergabe vom Projekt in den Regelbetrieb:

Schritt Beschreibung Verantwortlicher
1. Vorbereitung Planung der Übergabe, Checklisten erstellen, Verantwortliche benennen Projektleiter, Betriebsteam
2. Wissensübergabe Training des Betriebsteams, Übergabe von technischem Wissen Projektteam, Betriebsteam
3. Dokumentationsübergabe Übergabe aller relevanten Dokumentationen Projektteam, Betriebsteam
4. Systemübergabe Technische Übergabe der Systeme, Zugriffsrechte Systemadministratoren, DevOps
5. Monitoring-Übergabe Übergabe von Monitoring-Konfiguration und Alerting DevOps, Betriebsteam
6. Support-Übergabe Übergabe an Support-Team, SLA finalisieren Support-Team, Stakeholder
7. Test-Übergabe Letzte Tests (Integrationstests, Systemtests) Test-Team
8. Abnahme Formale Abnahme durch Stakeholder und Betriebsteam Stakeholder, Betriebsteam
9. Go-Live Produktivstart Projektleiter, Betriebsteam
10. Hypercare Intensive Nachbetreuung Hypercare-Team
11. Nachbetreuung Langfristige Stabilisierung Support-Team, Betriebsteam
12. Projektabschluss Formaler Abschluss, Lessons Learned, Projektabschluss-Meeting Projektleiter, Stakeholder

b) Zu übergebende Dokumentationen:

Dokumentation Zweck Inhalt
Systemarchitektur Übersicht über Systemkomponenten und -beziehungen Architekturdiagramme, Komponentenbeschreibungen, Schnittstellen
Betriebsanweisungen Spezielle Vorgaben für den Betrieb und die Wartung Start-/Stop-Prozesse, Backups, Recovery, Monitoring
Betriebshandbuch Anleitungen für Betrieb und Wartung Installation, Konfiguration, Troubleshooting, Wartung
Troubleshooting-Guides Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Fehlerbehebung Häufige Fehler und ihre Lösungen
Benutzerhandbuch Anleitung für Endanwender Funktionen, Prozesse, Beispiele
FAQ Häufig gestellte Fragen der Anwender Fragen und Antworten zu häufigen Problemen
Known Issues Dokumentation bekannter Probleme und Workarounds Bekannte Fehler und Lösungen
Release Notes Dokumentation von Fixes und Änderungen Versionshistorie, Änderungen, Fixes
SLA-Dokumentation Service Level Agreements für Wartung und Support Verfügbarkeit, Reaktionszeit, Lösungszeit
Monitoring-Konfiguration Monitoring- und Alerting-Konfiguration Metriken, Schwellwerte, Alert-Rules
Backup- und Recovery-Dokumentation Prozesse und Anweisungen für Backup und Recovery Backup-Frequenz, Recovery-Time, Recovery-Point
Lessons Learned Erfahrungen und Lern-Erfahrungen aus dem Projekt Was lief gut? Was nicht? Was verbessert werden kann?
Projektabschlussbericht Zusammenfassung des Projekts Ergebnisse, KPIs, Abweichungen, Empfehlungen

c) Kriterien für einen erfolgreichen Projektabschluss:

Kriterium Überprüfung Dokumentation
Projektziele erreicht Alle Projektziele (oder genehmigte Anpassungen) erreicht Projektabnahme-Protokoll
System stabil Min. 7-14 Tage ohne kritische Fehler (P0/P1) Statusberichte, Monitoring-Daten
Anwender zufrieden Kundenzufriedenheits-Analyse > 80% Zufriedenheits-Report
Alle offenen Punkte abgearbeitet Alle "Open Issues" erledigt Issue-Liste, Checkliste
Support etabliert Supportteam arbeitet eigenständig SLA-Metrik-Report
Dokumentation vollständig Alle Dokumentationen erstellt und übergeben Dokumentations-Checkliste
Wissensübergabe abgeschlossen Betriebsteam eingearbeitet und geschult Trainings-Protokoll
SLA definiert SLA vertraglich vereinbart SLA-Dokument
Budget akzeptiert Wartungs- und Support-Budget genehmigt Budget-Bestätigung
Projektformalitäten erfüllt Alle Projektformalitäten erfüllt (Genehmigungen, Freigaben) Projektakte

!!! note "Projektabschluss-Meeting:** Ein formelles Projektabschluss-Meeting mit allen Stakeholdern beendet das Projekt:

**Agenda:**
1. Begrüßung
2. Status-Übersicht
3. Ergebnisse und KPIs
4. Offene Punkte
5. Lessons Learned
6. Kunden-Feedback
7. Übergabe an Betrieb
8. Nächste Schritte
9. Danksagung
10. Formaler Abschluss
Frage 13: Kommunikation und Berichtswesen

Ein Projektleiter muss regelmäßige Projektstatusberichte erstellen. Das Projekt hat folgende Stakeholder: - Lenkungsausschuss (LA) - Projektteam (PT) - Auftraggeber (AG) - Key User (KU)

a) Welche Berichte sollten für welche Stakeholder erstellt werden? b) Welche Inhalte sollte der Projektstatusbericht für den Lenkungsausschuss haben? c) In welcher Frequenz sollten die Berichte erstellt werden?

Lösung: a) Berichte für verschiedene Stakeholder:

Stakeholder Berichtstyp Frequenz Inhalt
Lenkungsausschuss (LA) Lenkungsausschuss-Bericht (Management-Summary) 14-tägig oder monatlich High-Level Übersicht, KPIs, Risiken, Eskalationen, Entscheidungsbedarf
Projektteam (PT) Team-Statusbericht Wöchentlich (oder täglich in kritischen Phasen) Detaillierte Aufgabenliste, Blocker, Ressourcenbedarf
Auftraggeber (AG) Kunden-Statusbericht Wöchentlich oder 14-tägig Projektstatus, Fortschritt, Risiken, Zeitplan, Budget
Key User (KU) Anwender-Statusbericht 14-tägig oder monatlich Anwender-Relevante Informationen, Schulungstermine, Änderungen

b) Inhalte des Projektstatusberichts für den Lenkungsausschuss:

Management-Summary (Executive Summary):

Abschnitt Inhalte
Projektübersicht Projektname, Version, Zeitraum, Projektmanager
Executive Summary Kurze Zusammenfassung (3-5 Sätze) des Projektstatus
Status Grün (Auf Kurs), Gelb (Warnung), Rot (Kritisch)
Projektfortschritt Gesamtfortschritt (%), Meilenstein-Status
KPIs Zeit (Plan vs Ist), Kosten (Plan vs Ist), Qualität (Fehler, Test-Ergebnisse)
Kritische Erfolgsfaktoren Status der kritischen Erfolgsfaktoren (auf Kurs, Warnung, Gefährdet)
Risiken Top-5 Risiken (P0/P1 Priorität), neue Risiken, geschlossene Risiken
Offene Punkte Offene Decisions, Offene Issues, Blocker
Nächste Schritte Aktivitäten für die kommende Periode, anstehende Entscheidungen
Eskalationen Offene Eskalationen, benötigte Entscheidungen
Anlagen Detaillierte Berichte, Dashboards, Diagramme

Detaillierte Inhalte:

Abschnitt Detaillierte Inhalte
Projektfortschritt Erledigte Arbeitspakete, geplante vs. tatsächliche Meilensteine, Gesamtfortschritt in %
Termine Plan vs Ist für Termine, Verzögerungen, neue Termine, Meilenstein-Status
Kosten Plan vs Ist für Kosten, Budgetverbrauch, Kostenprognose, Abweichungen
Qualität Testergebnisse, Fehlerstatistik, Qualitätstrends, offene Defects
Risiken Risikoregister, Top-Risiken, neue Risiken, Status von Risikomaßnahmen
Änderungen Offene Change Requests, genehmigte Änderungen, abgelehnte Änderungen
Ressourcen Auslastung des Teams, Ressourcenbedarf, Personalprobleme
Stakeholder Stakeholder-Status, Widerstände, Feedback
Nächste Schritte Aufgaben für die kommende Periode, Verantwortliche, Fristen
Entscheidungsbedarf Offene Entscheidungen, benötigte Genehmigungen, Eskalationen

c) Berichtsfrequenz:

Berichtstyp Empfänger Frequenz Begründung
Lenkungsausschuss-Bericht Lenkungsausschuss 14-tägig oder monatlich Strategische Ebene, weniger detailliert, weniger häufig
Team-Statusbericht Projektteam Wöchentlich (oder täglich in kritischen Phasen) Operative Ebene, detailliert, häufig für schnelle Reaktion
Kunden-Statusbericht Auftraggeber Wöchentlich oder 14-tägig Kunden erwartet regelmäßige Updates, aber nicht zu detailliert
Anwender-Statusbericht Key User 14-tägig oder monatlich Anwender brauchen weniger frequent Updates, dafür relevant für sie
Täglicher Statusbericht Lenkungsausschuss, Auftraggeber Täglich (nur in kritischen Phasen) Nur bei kritischen Situationen (z.B. kurz vor Go-Live, bei Problemen)
Meilensteinbericht Alle Stakeholder Bei jedem Meilenstein Wichtige Meilensteine benötigen einen gesonderten Bericht

!!! note "Faktoren für die Frequenz: - Projektgröße: Größere Projekte benötigen häufigere Berichte - Komplexität: Komplexe Projekte benötigen häufigere Updates - Kritikalität: Kritische Projekte benötigen häufigere Updates - Stakeholder-Anforderungen: Einige Stakeholder erwarten tägliche Updates, andere monatliche - Projektphase: Kritische Phasen (z.B. kurz vor Go-Live) benötigen häufigere Updates - Vertrauen:** Wenn Stakeholder dem Projektleiter vertrauen, können Berichte seltener sein

Frage 14: Projektmanagement-Tools

Ein Projektleiter muss ein Projektmanagement-Tool für ein IT-Projekt auswählen. Das Projekt ist mittelgroß (20-50 Mitarbeiter, Budget 100.000-500.000 €, Dauer 6-12 Monate).

a) Welche Kategorien von Projektmanagement-Tools gibt es? b) Nennen Sie je 2 Beispiele für jede Kategorie mit Vor- und Nachteilen. c) Welches Tool oder welche Tool-Kategorie würden Sie für dieses Szenario empfehlen und warum?

Lösung: a) Kategorien von Projektmanagement-Tools:

Kategorie Beschreibung Beispiele
Allgemeine PM-Tools Breites Spektrum an Projektmanagement-Funktionen Jira, Asana, Monday.com, MS Project
Agile PM-Tools Spezialis auf agile Methoden (Scrum, Kanban) Trello, Jira Agile, Azure Boards
Kollaborations-Tools Fokus auf Teamkommunikation und Kollaboration Slack, Microsoft Teams, Notion
Gantt-Diagramm-Tools Spezialis auf Terminplanung und Gantt-Diagramme MS Project, GanttProject, Smartsheet
Enterprise-PM-Systeme Umfassende Enterprise-Projektmanagement-Lösungen SAP PM, Oracle Primavera, Microsoft Project Server
Open-Source-Tools Kostenlos und Open Source Redmine, OpenProject, ProjectLibre

b) Beispiele mit Vor- und Nachteilen:

Allgemeine PM-Tools:

Tool Vorteile Nachteile
Jira Sehr flexibel, viele Integrationsmöglichkeiten, stark bei Software-Entwicklung Komplex, Einrichtungsaufwand, Lizenzkosten bei großer Benutzerzahl
Asana Benutzerfreundlich, gut für Teams, integrierte Kommunikation Begrenzte Funktionen für komplexe Projekte, Lizenzkosten

Agile PM-Tools:

Tool Vorteile Nachteile
Trello Sehr einfach, kostenlos für kleine Teams, Kanban-Board intuitiv Begrenzte Funktionen, nicht für komplexe Projekte geeignet
Jira Agile Umfassend, gut für Scrum/Kanban, starke Integrationen Komplex, Einrichtungsaufwand, Lizenzkosten

Kollaborations-Tools:

Tool Vorteile Nachteile
Slack Sehr gut für Kommunikation, viele Integrationsmöglichkeiten Primär Kollaboration, kein vollständiges PM-Tool, Lizenzkosten
Microsoft Teams Integration mit Office 365, umfassende Kollaborationsmöglichkeiten Primär Kollaboration, PM-Funktionen begrenzt, Lizenzkosten

Gantt-Diagramm-Tools:

Tool Vorteile Nachteile
MS Project Sehr stark bei Terminplanung, Gantt-Diagramm, Ressourcenmanagement Teuer, komplex, primär für klassisches PM, weniger agil
GanttProject Kostenlos, Open Source, Gantt-Diagramm Begrenzte Funktionen, veraltetes UI, keine Cloud-Version

c) Empfehlung für mittelgroßes IT-Projekt:

Empfohlenes Tool: Jira (oder Kombination aus Jira + Slack/Microsoft Teams)

Begründung:

Warum Jira: - IT-Projekt-orientiert: Jira ist sehr stark bei Software-Entwicklungsprojekten - Flexibilität: Sehr flexibel, kann an verschiedene Projektmethoden angepasst werden (Agile, Kanban, klassisch) - Integrationen: Viele Integrationsmöglichkeiten (GitHub, GitLab, CI/CD, Slack, MS Teams, etc.) - Reporting: Umfassende Reporting-Funktionen, Dashboards, Gantt-Diagramme (mit Plugins) - Skalierbarkeit: Skaliert von kleinen bis zu großen Projekten - Agile-Unterstützung: Umfangreiche Unterstützung für Scrum und Kanban - Community: Große Community, viele Plugins, viel Support

Warum Kombination mit Kollaborations-Tool: - Slack oder Microsoft Teams für Team-Kommunikation, schnellere Updates, informelle Kommunikation - Integration: Jira kann mit Slack oder MS Teams integriert werden (Benachrichtigungen, Updates, etc.)

Alternative: - MS Project + MS Teams: Wenn das Unternehmen bereits Microsoft-Tools nutzt (Office 365) - Azure Boards + MS Teams: Wenn das Projekt in Azure DevOps entwickelt wird - Asana + Slack: Wenn das Projekt weniger komplex ist und Asana ausreicht

!!! note "Kriterien für Tool-Auswahl: - Projektgröße: Mittelgroßes Projekt (20-50 Mitarbeiter) benötigt Tool mit mittlerer Komplexität - Budget: Lizenzkosten müssen im Budget sein - Team-Erfahrung: Tool sollte für das Team lernbar sein - Integrationen: Tool sollte mit bestehenden Tools integrierbar sein - PM-Methode: Tool sollte die PM-Methode unterstützen (Agile, klassisch, hybrid) - Skalierbarkeit: Tool sollte für zukünftige Projekte skalieren können - Support:** Verfügbarkeit von Support und Dokumentation

Frage 15: Komplexes Szenario - Gesamtbewertung

Ein mittelständisches Unternehmen führt ein neues ERP-System ein. Das Projekt hat folgende Charakteristika:

  • Projektart: Einführungsprojekt (Standardsoftware)
  • Projektgröße: Groß (500 Mitarbeiter, 10 Standorte)
  • Budget: 1.000.000 €
  • Dauer: 18 Monate
  • Kritikalität: Sehr hoch (ERP ist kritisch für den Geschäftsbetrieb)
  • Stakeholder: Viele Stakeholder (Management, Fachabteilungen, IT, Lieferant)

a) Welches Rollout-Konzept (Kombination aus Strategien) würden Sie empfehlen? b) Wie sollte das Change Control Board (CCB) strukturiert sein? c) Wie lange sollten Hypercare und Nachbetreuung dauern? d) Welche spezifischen Risiken sollten prioritär behandelt werden?

Lösung: a) Empfohlenes Rollout-Konzept:

Empfehlung: Sandbox + Pilotierung + Sukzessiver Rollout (vertikal)

Detailliertes Rollout-Konzept:

Phase Strategie Dauer Aktivitäten
1. Sandbox-Phase Sandbox 8 Wochen System in isolierter Testumgebung, Entwicklung, Konfiguration, Testing, Datenmigrationstests
2. Pilot-Phase Pilotierung 12 Wochen Rollout in einem Pilot-Standort (100 Mitarbeiter, 1 Standort), Hypercare (4 Wochen), Erfahrungen sammeln
3. Erfahrungen sammeln & Anpassung - 4 Wochen Learnings dokumentieren, Verbesserungen implementieren, Planung für Haupt-Rollout anpassen
4. Sukzessiver Rollout - Phase 1 Vertikaler Rollout (Standort 2) 4 Wochen Rollout in Standort 2 (50 Mitarbeiter), Hypercare (2 Wochen)
5. Sukzessiver Rollout - Phase 2 Vertikaler Rollout (Standort 3) 4 Wochen Rollout in Standort 3 (50 Mitarbeiter), Hypercare (2 Wochen)
6. Sukzessiver Rollout - Phase 3 Vertikaler Rollout (Standorte 4-5) 6 Wochen Rollout in Standorte 4-5 (100 Mitarbeiter), Hypercare (3 Wochen)
7. Sukzessiver Rollout - Phase 4 Vertikaler Rollout (Standorte 6-7) 6 Wochen Rollout in Standorte 6-7 (100 Mitarbeiter), Hypercare (3 Wochen)
8. Sukzessiver Rollout - Phase 5 Vertikaler Rollout (Standorte 8-10) 8 Wochen Rollout in verbleibenden Standorten 8-10 (100 Mitarbeiter), Hypercare (4 Wochen)
9. Gesamtsystem-Hypercare - 6 Wochen Intensive Nachbetreuung aller Standorte, Stabilisierung, Optimierung
10. Nachbetreuung - 16-24 Wochen (4-6 Monate) Langfristige Stabilisierung, Optimierung, Übergabe an Betrieb

Gesamtdauer: ca. 74-78 Wochen (18-19 Monate) (inkl. Sandbox, Pilot, sukzessiver Rollout, Hypercare, Nachbetreuung)

Begründung: - Sandbox: Testen der technischen Machbarkeit und Konfiguration vor Pilot - Pilotierung: Lernerfahrung und Risikominimierung in einem kontrollierten Umfeld - Sukzessiver Rollout: Ressourcen-schonend, Schrittweise Einführung, minimiert Risiko für Gesamtunternehmen - Vertikaler Rollout (Standort-basiert): Standort-basierte Einführung ermöglicht geographische Konzentration von Support und Ressourcen

b) Struktur des Change Control Boards (CCB):

Empfohlene CCB-Struktur:

Rolle Verantwortung Typische Mitglieder
Vorsitzender Leitung des CCB, Entscheidung bei Stimmengleichheit CPO (Chief Project Officer) oder CEO
Auftraggeber Kunden- oder Stakeholder-Vertretung CFO (Finanzvorstand) oder COO (Betriebsvorstand)
Projektleiter Projektspezifische Expertise, Bericht an CCB Projektleiter ERP-Einführung
Fachbereichsvertreter Fachliche Bewertung Vertreter aus: Einkauf, Vertrieb, Produktion, HR, Finanz
IT-Vertreter IT-technische Bewertung CTO oder Leiter IT-Infrastruktur
Qualitätsmanager Qualitätssicherung und -bewertung QM-Verantwortlicher
Finanzvertreter Bewertung der Kosten und Budget CFO-Mitarbeiter oder Controller
Lieferanten-Vertreter Bewertung aus Sicht des Software-Lieferanten Vertreter des ERP-Lieferanten

CCB-Meeting-Frequenz: - Wöchentlich in kritischen Phasen (Pilot, erste Rollout-Phasen) - 14-tägig in Routine-Phasen - Ad-hoc bei kritischen Change Requests

Entscheidungsprozess: - Einstimmig (strengste Regel) oder Mehrheit (Standardregel) mit Veto-Recht des Auftraggebers und CTO

c) Dauer von Hypercare und Nachbetreuung:

Empfohlene Dauer für ERP-Projekt mit 500 Mitarbeitern:

Phase Empfohlene Dauer Begründung
Pilot-Hypercare 4 Wochen Kritisch, erste produktive Nutzung, intensive Nachbetreuung
Rollout-Hypercare (je Phase) 2-4 Wochen Standort-basierter Rollout, jede Phase braucht Hypercare
Gesamtsystem-Hypercare 6 Wochen Alle Standorte im Produktivbetrieb, Stabilisierung
Nachbetreuung 16-24 Wochen (4-6 Monate) Langfristige Stabilisierung, Optimierung, Übergabe an Betrieb

Gesamtnachbetreuungszeit: ca. 28-34 Wochen (7-8,5 Monate)

Detaillierung:

  • Hypercare: Sehr intensiv, 24/7 während Arbeitszeit, tägliches Meeting, schnelle Reaktion
  • Nachbetreuung: Mittlere Intensität, wöchentliches oder 14-tägiges Meeting, proaktive Optimierung

d) Spezifische Risiken, die prioritär behandelt werden sollten:

Risk-ID Risiko Wahrscheinlichkeit Auswirkung RPN Maßnahmen
R-001 Datenverlust bei Datenmigration Mittel (3) Katastrophal (5) 15 Extensive Tests, Hash-Verfahren, Rollback-Plan, Backup vor Migration
R-002 Ablehnung durch Fachabteilungen (Scope Creep oder Widerstand) Hoch (4) Kritisch (4) 16 Stakeholder-Management, Early-Bird-Programm, Benefits-Kommunikation, Change-Management
R-003 Performance-Probleme bei hohem Datenvolumen (500 Benutzer, große Datenbank) Mittel (3) Kritisch (4) 12 Performance-Tests, Datenbankoptimierung, Skalierungsstrategie, Load Balancing
R-004 Integration mit bestehenden Systemen (Schnittstellen zu Lieferanten, Banken, etc.) Hoch (4) Hoch (4) 16 Schnittstellen-Tests, API-Spezifikationen, Puffer, Alternativlösungen
R-005 Budgetüberschreitung durch Scope Creep oder unvorhergesehene Kosten Hoch (4) Mittel (3) 12 Change-Management, Budget-Puffer (10-20%), regelmäßiges Budget-Monitoring, frühzeitige Eskalation
R-006 Zeitverzögerung durch Komplexität oder Ressourcenengpässe Mittel (3) Kritisch (4) 12 Puffer im Zeitplan (10-20%), regelmäßiges Monitoring, Ressourcen-Backup, Priorisierung
R-007 Lieferant (ERP-Software) kann nicht termingerecht oder qualitativ liefern Mittel (3) Kritisch (4) 12 SLA mit Lieferant, frühzeitige Kommunikation, Alternativlieferanten, Puffer
R-008 Critical Mitarbeiter gehen (Projektleiter, Entwickler, Fachexperten) Gering (2) Kritisch (4) 8 Wissensmanagement, Schulung von Backups, Mitarbeiter-Bindung, Backup-Ressourcen

Top-3-Risiken nach RPN (sollten prioritär behandelt werden): 1. R-002: Ablehnung durch Fachabteilungen (RPN = 16) 2. R-004: Integration mit bestehenden Systemen (RPN = 16) 3. R-001: Datenverlust bei Datenmigration (RPN = 15)

Besondere Beachtung: - Datenverlust (R-001): Höchste Auswirkung (katastrophal), muss absolut minimiert werden - Integration (R-004): Sehr wichtig für ERP, viele Schnittstellen sind kritisch - Ablehnung (R-002): Widerstand kann zum Projektabbruch führen, intensives Stakeholder-Management erforderlich

Quiz-Auswertung

Herzlichen Glückwunsch!

Sie haben das Quiz zum Modul "Projektsteuerung in IT-Projekten" erfolgreich bearbeitet.

Nächste Schritte: 1. Überprüfen Sie Ihre Antworten und vergleichen Sie sie mit den Lösungen 2. Identifizieren Sie Wissenslücken und markieren Sie Kapitel zur Nacharbeit 3. Wiederholen Sie die Kapitel, bei denen Sie Schwierigkeiten hatten 4. Bereiten Sie sich auf die Prüfung vor


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