4. Rollout-Strategien
Lernziele
Nach diesem Kapitel können Sie: - Die verschiedenen Einführungsstrategien beschreiben und voneinander abgrenzen - Für ein gegebenes Projekt die passende Rollout-Strategie auswählen und begründen - Vor- und Nachteile jeder Strategie bewerten - Rollout-Risiken identifizieren und Gegenmaßnahmen ableiten - Rollout-Planung systematisch durchführen - Die Strategie-Auswahl mit Stakeholdern kommunizieren
Modul Übersicht
Modul 11 - Kapitel 4
Lesezeit: ~15-20 Min
Quelle: 11 - Projektsteuerung in IT-Projekten.pdf, FS-ITB-11_Steuerung-01_v0c.pdf
1. Einführung: Die Bedeutung der Rollout-Strategie
1.1 Warum die Strategie entscheidend ist
Der Rollout einer neuen bzw. geänderten IT-Lösung ist ein entscheidender Schritt bei der Einführung im Unternehmen. Die Wahl der richtigen Strategie kann über Erfolg oder Misserfolg des Projekts entscheiden.
Erfolgsentscheidung
"Ein schlecht geplanter Rollout kann ein ansonsten erfolgreiches Projekt zum Scheitern bringen. Die Strategie ist wichtiger als die Technologie."
1.2 Risiken eines schlecht geplanten Rollouts
| Risikoart | Beispiele | Konsequenz |
|---|---|---|
| Betriebsausfall | System ist nach Go-Live nicht verfügbar | Verlust von Umsatz, Kundenunzufriedenheit |
| Datenverlust | Datenverlust bei Migration | Finanzielle Schäden, Compliance-Verletzungen |
| Akzeptanzprobleme | Anwender lehnen neue Lösung ab | System wird nicht genutzt, Investition verloren |
| Performance-Probleme | System ist zu langsam | Produktivitätsverlust, Frust der Anwender |
| Funktionale Mängel | Kritische Funktionen fehlen oder sind fehlerhaft | Prozessstopps, manuelle Workarounds |
| Kostenüberschreitung | Rollout dauert länger und kostet mehr als geplant | Budgetüberschreitung, Verlust von Management-Vertrauen |
1.3 Kontext im Projektzyklus
timeline
title Rollout im Projektzyklus
section Vorbereitung
Entwicklung & Test : Realisierung und Qualitätssicherung
Rollout-Planung : Strategie-Auswahl, Detailplanung
section Rollout (FOKUS)
Rollout-Vorbereitung : Schulungen, Daten- vorbereitung
Go-Live : Produktivstart
Hypercare : Intensive Nachbetreuung
section Nachbereitung
Nachbetreuung : Stabilisierung
Übergabe an Betrieb : Wartung & Support
2. Die fünf Haupt-Strategien
2.1 Übersicht der Strategien
Es gibt fünf grundlegende Einführungsstrategien, die je nach Projekt und Situation ausgewählt werden können:
mindmap
root((Rollout-Strategien))
Big Bang
Stichtagseinführung
Alle gleichzeitig
Pilotierung
Testlauf in Teilbereich
Lernen & Anpassen
Sukzessiv
Schrittweise Einführung
Zeitlich gestaffelt
Paralleleinführung
Altes und neues parallel
Höchste Sicherheit
Sandbox
Isolierte Laufzeitumgebung
Test vor Live
2.2 Entscheidungsmatrix für Strategie-Auswahl
| Faktor | Big Bang | Pilotierung | Sukzessiv | Parallel | Sandbox |
|---|---|---|---|---|---|
| Zeit | Schnellster Start | Mittel | Langsamster | Langsam | Mittel |
| Komplexität | Hoch (alles gleichzeitig) | Mittel | Gering | Sehr hoch | Gering |
| Risiko | Höchstes Risiko | Mittleres Risiko | Geringes Risiko | Geringstes Risiko | Sehr gering |
| Ressourcen | Hoch (Peak bei Go-Live) | Mittel | Gering (verteilt) | Sehr hoch (2 Systeme) | Gering |
| Kosten | Gering (einmalig) | Mittel | Mittel | Hoch (2 Systeme parallel) | Mittel |
| Benutzerbelastung | Hoch (alle gleichzeitig) | Gering (nur Pilot) | Gering (verteilt) | Sehr hoch (2 Systeme) | Gering |
| Flexibilität | Gering | Hoch | Hoch | Mittel | Hoch |
| Rollback-Möglichkeit | Schwierig | Einfach | Einfach | Einfach | Einfach |
3. Big Bang (Stichtagseinführung)
3.1 Definition
Die Stichtagseinführung (Big Bang) bedeutet, dass die Umstellung des neuen Verfahrens zu einem festen Zeitpunkt für alle Benutzer gleichzeitig erfolgt.
Charakteristik
"Big Bang" - Alles auf einmal. Am Stichtag wird das alte System abgeschaltet und das neue System gestartet.
3.2 Wann ist Big Bang sinnvoll?
| Bedingung | Beispiel |
|---|---|
| Gesetzliche Vorgaben | Anwendung einer neuen gesetzlichen Regelung zum 01.01. |
| Dringlichkeit | System muss aufgrund von Compliance-Gründen zwingend bis zu einem Datum eingesetzt werden |
| Einfache Systeme | Systeme mit geringer Komplexität und wenigen Benutzern |
| Keine Parallelbetriebs-Möglichkeit | Altes und neues System können nicht parallel betrieben werden |
| Eindeutiger Schnitt | Klare, unumkehrbare Entscheidung |
3.3 Beispiel: Gesetzliche Lohnabrechnung
Ein Unternehmen muss ab dem 01. Januar eine neue gesetzlich vorgeschriebene Lohnabrechnungssoftware nutzen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Gesetzliche Vorgabe | Neue gesetzliche Regelung zum Datum X |
| Zwang zur Einführung | Keine Option für sukzessive oder parallele Einführung |
| Strategie | Big Bang zum Stichtag |
| Vorbereitung | Intensive Tests, Backup-Strategie, Notfallplan |
| Risiko | Hoch - bei Problemen Auswirkungen auf Lohnabrechnung aller Mitarbeiter |
| Gegenmaßnahmen | Testlauf mit Testdaten, Intensive Hypercare, Hotline |
3.4 Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Klarer Schnitt | Keine Mischung alter und neuer Prozesse |
| Kosteneffizient | Nur ein System muss betrieben werden |
| Schnell | Alle Benutzer arbeiten ab Tag 1 mit dem neuen System |
| Schwieriger Rollback | |
| Hohe Ressourcenspitze | |
| Hohe Benutzerbelastung | |
| Keine Lernerfahrung |
3.5 Best Practices für Big Bang
| Best Practice | Beschreibung |
|---|---|
| Umfassende Tests | Alle Szenarien vor Go-Live testen |
| Backup-Strategie | Vollständige Backups des alten Systems |
| Notfallplan | Detaillierter Notfallplan mit Eskalationspfaden |
| Rollback-Plan | Möglichkeit zur schnellen Rückkehr zum alten System |
| Intensive Hypercare | Aufgestelltes Hypercare-Team für die ersten Tage |
| Vorbereitende Schulung | Alle Benutzer vor Go-Live schulen |
| Kommunikation | Klare Kommunikation an alle Beteiligten |
| Go-Live-Team | Spezielles Team für den Go-Live-Tag |
4. Pilotierung
4.1 Definition
Bei der pilotierten Einführung wird das neue System in einer Region, Abteilung oder einem Funktionsbereich als Pilot getestet. Die gewonnenen Erfahrungen können genutzt werden, um Prozesse, Abläufe und Planungen anzupassen.
Charakteristik
"Lernen durch Tun" - Ein Teilbereich als Pilot, Erfahrungen sammeln, dann Rollout auf alle Bereiche.
4.2 Formen der Pilotierung
| Form | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Regionale Pilotierung | Pilot in einer Region oder einem Standort | ERP-Rollout zunächst am Standort München, dann Berlin und Hamburg |
| Funktionale Pilotierung | Pilot für einen Funktionsbereich bei allen Benutzern | Einführung des Moduls "Rechnungswesen" im gesamten Unternehmen |
| Benutzer-Gruppen-Pilotierung | Pilot mit einer Benutzergruppe | Key User und Power-User nutzen das neue System zuerst |
| Prozess-Pilotierung | Pilot für einen Geschäftsprozess | Einführung des Prozesses "Bestellung" im Einkauf |
4.3 Vorteile der Pilotierung
| Vorteil | Erklärung |
|---|---|
| Risikominimierung | Probleme im Pilot-Entdeckung verhindern Ausfälle im Rollout |
| Lernerfahrung | Erfahrungen aus Pilot nutzen, um System zu verbessern |
| Nutzerverhalten analysieren | Verständnis für Reaktionen und Bedarfe der Anwender |
| Technische Umsetzbarkeit prüfen | Überprüfung, ob System technisch funktioniert |
| Schulung optimieren | Lernen, was in der Schulung besser gemacht werden kann |
| Training für Rollout-Team | Rollout-Team gewinnt Erfahrung vor dem Haupt-Rollout |
| Ressourcen-Management | Ressourcen werden besser verplant nach Piloterfahrungen |
4.4 Nachteile der Pilotierung
| Nachteil | Erklärung |
|---|---|
| Zeitaufwand | Gesamtdauer des Projekts verlängert sich |
| Doppelte Arbeit | Daten und Prozesse müssen eventuell doppelt geführt werden |
| Komplexität | Management von Pilot- und Nicht-Pilot-Bereichen |
| Kommunikations-Herausforderung | Unterschiedliche Systeme für verschiedene Benutzer |
| Potentielle Enttäuschung | Wenn Pilot nicht gut läuft, kann das Projekt in Verruf kommen |
| Anpassungsaufwand | Änderungen nach Pilot erfordern zusätzliche Arbeit |
4.5 Beispiel: ERP-Einführung mit Pilot
Ein mittelständisches Unternehmen führt ein neues ERP-System ein.
| Phase | Beschreibung | Dauer |
|---|---|---|
| Vorbereitung | Auswahl Pilot-Standort, Vorbereitung Testdaten | 4 Wochen |
| Pilot-Go-Live | Produktivstart am Pilot-Standort (100 Benutzer) | Tag 0 |
| Hypercare Pilot | Intensive Nachbetreuung am Pilot-Standort | 2 Wochen |
| Erfahrungen sammeln | Dokumentation von Learnings, Verbesserungsvorschlägen | 1 Woche |
| Anpassung | Implementierung von Verbesserungen aus Pilot | 2 Wochen |
| Haupt-Rollout 1 | Rollout auf Standort 2 (200 Benutzer) | 1 Woche |
| Haupt-Rollout 2 | Rollout auf Standort 3 (150 Benutzer) | 1 Woche |
| Hypercare alle | Intensive Nachbetreuung aller Standorte | 3 Wochen |
4.6 Best Practices für Pilotierung
| Best Practice | Beschreibung |
|---|---|
| Sorgfältige Auswahl des Pilot-Bereichs | Typischer, repräsentativer Bereich |
| Realistische Bedingungen | Pilot sollte unter realistischen Bedingungen stattfinden |
| Aktives Lernen | Systematische Erfassung von Erfahrungen und Verbesserungen |
| Schnelle Anpassung | Verbesserungen aus Pilot zügig umsetzen |
| Kommunikation der Learnings | Transparente Kommunikation der Ergebnisse |
| Vergleichsgruppe definieren | Nicht-Pilot-Bereiche als Kontrollgruppe |
| Mitarbeiter einbinden | Pilot-Teilnehmer aktiv bei Verbesserungen einbinden |
| Exit-Kriterien definieren | Wann ist Pilot erfolgreich? |
5. Sukzessive Einführung (Step by Step)
5.1 Definition
Die sukzessive Einführung (step by step) bedeutet, dass die Umstellung auf das neue Verfahren zeitlich gestaffelt erfolgt. Der Zweck ist die Vermeidung der Überbeanspruchung von Personal oder Ressourcen.
Charakteristik
"Schritt für Schritt" - Phasenweise Einführung, Ressourcen und Teams werden geschont.
5.2 Formen der sukzessiven Einführung
Es gibt drei Hauptformen der sukzessiven Einführung:
5.2.1 Vertikaler Rollout (Regional gestaffelt)
Ein Benutzer oder eine Benutzergruppe führt alle Funktionen des Anwendungssystems ein.
graph LR
A[Zeit] --> B[Phase 1<br/>Standort München]
B --> C[Phase 2<br/>Standort Berlin]
C --> D[Phase 3<br/>Standort Hamburg]
D --> E[Alle Standorte]
style B fill:#e3f2fd
style C fill:#fff9c4
style D fill:#ffecb3
style E fill:#c8e6c9
Beispiel: ERP-System in der Buchhaltung am Standort München, dann Berlin, dann Hamburg
5.2.2 Horizontaler Rollout (Funktional gestaffelt)
Ein Funktionsbereich des Anwendungssystems wird bei allen Benutzern eingeführt.
graph LR
A[Zeit] --> B[Phase 1<br/>Modul: Stammdaten<br/>bei allen]
B --> C[Phase 2<br/>Modul: Bestellung<br/>bei allen]
C --> D[Phase 3<br/>Modul: Rechnungswesen<br/>bei allen]
D --> E[Alle Module]
style B fill:#e3f2fd
style C fill:#fff9c4
style D fill:#ffecb3
style E fill:#c8e6c9
Beispiel: Stammdatenverwaltung des ERP-Systems bei allen Benutzern, dann Bestellwesen, dann Rechnungswesen
5.2.3 Prozessorientierter Rollout
Ein Geschäftsprozess des Anwendungssystems wird bei allen Benutzern eingeführt.
graph LR
A[Zeit] --> B[Phase 1<br/>Prozess: Eingangsrechnung]
B --> C[Phase 2<br/>Prozess: Ausgangsrechnung]
C --> D[Phase 3<br/>Prozess: Lohnabrechnung]
D --> E[Alle Prozesse]
style B fill:#e3f2fd
style C fill:#fff9c4
style D fill:#ffecb3
style E fill:#c8e6c9
Beispiel: Prozess "Bearbeitung Eingangsrechnungen" bei allen Benutzern, dann "Ausgangsrechnungen", dann "Lohnabrechnung"
5.3 Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Ressourcen-schonend | Keine Überlastung an einem einzigen Zeitpunkt |
| Kleinere Fehlerauswirkung | Probleme nur in einer Phase |
| Lernerfahrung | Erfahrungen aus früheren Phasen nutzen |
| Bessere Steuerung | Schrittweises Vorgehen erlaubt besseres Controlling |
| Geringeres Risiko | Fehler wirken sich nicht auf alle aus |
5.4 Beispiel: CRM-Einführung sukzessiv
Ein Unternehmen führt ein neues CRM-System ein.
| Phase | Modul/Prozess | Benutzer | Dauer |
|---|---|---|---|
| Phase 1 | Modul: Kontakte | Alle Vertriebsmitarbeiter (20) | 2 Wochen |
| Phase 2 | Modul: Aktivitäten | Alle Vertriebsmitarbeiter (20) | 2 Wochen |
| Phase 3 | Modul: Opportunities | Alle Vertriebsmitarbeiter (20) | 3 Wochen |
| Phase 4 | Modul: Angebote | Alle Vertriebsmitarbeiter (20) | 3 Wochen |
| Phase 5 | Integration: Marketing | Marketing-Team (5) | 2 Wochen |
| Phase 6 | Integration: Kundenservice | Kundenservice-Team (10) | 2 Wochen |
| Phase 7 | Integration: Management | Management (5) | 1 Woche |
5.5 Best Practices für sukzessive Einführung
| Best Practice | Beschreibung |
|---|---|
| Klare Phasenplanung | Detaillierter Plan mit klaren Übergängen |
| Abhängigkeiten klären | Welche Phasen voneinander abhängen? |
| Datenkonsistenz sicherstellen | Daten über Phasen hinweg konsistent halten |
| Doppelte Prozesse vermeiden | Minimierung von Parallelbetrieb |
| Benutzer-Erwartungen managen | Klare Kommunikation über Zeitplan |
| Ressourcen-Planung | Ausreichende Ressourcen für jede Phase sicherstellen |
| Flexibilität einplanen | Puffer für Verzögerungen |
| Erfahrungen nutzen | Erfahrungen aus frühen Phasen in späteren Phasen nutzen |
6. Paralleleinführung
6.1 Definition
Trotz Umstellung auf ein neues Verfahren wird das bisherige Verfahren beibehaltet. Zweck ist die Kontrolle des neuen Verfahrens im Vergleich mit dem alten Verfahren.
Charakteristik
"Doppeltes Leben" - Altes und neues System parallel betrieben. Höchste Sicherheit, aber hoher Aufwand.
6.2 Warum Paralleleinführung?
| Grund | Erklärung |
|---|---|
| Höchste Sicherheit | Bei Problemen kann sofort zum alten System zurückgekehrt werden |
| Risikominimierung | Kontinuierlicher Vergleich zwischen alter und neuer Lösung |
| Schrittweise Migration | Benutzer können sich schrittweise an neue Lösung gewöhnen |
| Validierung | Ergebnisse beider Systeme können verglichen werden |
| Training | Benutzer können mit neuem System üben, während altes System noch läuft |
6.3 Beispiel: Betriebsdatenerfassung
Ein Unternehmen führt neue Software für die Betriebsdatenerfassung ein.
| Aspekt | Altes System | Neues System |
|---|---|---|
| Zeitraum | Laufende Datenerfassung | Parallel laufende Datenerfassung |
| Vergleich | Täglicher Vergleich der Daten | Validierung der Ergebnisse |
| Zeitrahmen | Bis Validierung abgeschlossen (z.B. 4-6 Wochen) | |
| Abschaltung | Nach erfolgreicher Validierung |
6.4 Vor- und Nachteile
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Höchste Sicherheit | Risikominimierung durch parallelen Betrieb |
| Einfacher Rollback | Sofortige Rückkehr zum alten System möglich |
| Validierung möglich | Kontinuierlicher Vergleich der Ergebnisse |
| Schrittweise Migration | Benutzer können sich gewöhnen |
| Ressourcen-Beanspruchung | |
| Daten-Konsistenz |
Hinweis: Wesentlicher Mehraufwand für die Benutzer
Die Paralleleinführung führt zu einem wesentlichen Mehraufwand für die Benutzer, da Daten oft doppelt erfasst werden müssen. Dies muss bei der Planung berücksichtigt werden (z.B. temporäres Personal, Überstunden, Akzeptanz-Maßnahmen).
6.5 Best Practices für Paralleleinführung
| Best Practice | Beschreibung |
|---|---|
| Klaren Zeitrahmen definieren | Parallellauf zeitlich begrenzen (z.B. 4-8 Wochen) |
| Vergleichs-Prozesse | Systematische Vergleichs- und Validierungsprozesse |
| Automatisierung | Automatische Datenübertragung wenn möglich |
| Benutzer-Unterstützung | Unterstützung der Benutzer durch zusätzliches Personal |
| Klarer Abbruchplan | Kriterien für Ende des Parallelbetriebs |
| Daten-Migration | Sauberer Übergang der Daten am Ende der Paralleleinführung |
| Ressourcen-Management | Ausreichende Ressourcen für beide Systeme sicherstellen |
| Kommunikation | Klare Kommunikation an Benutzer über Zeitrahmen und Ziele |
7. Sandbox-Verfahren
7.1 Definition
Mit dem Begriff Sandbox wird eine Technik bezeichnet, Software innerhalb einer speziellen - d.h. von den übrigen Systemressourcen isolierten - Laufzeitumgebung auszuführen.
Charakteristik
"Isoliertes Testen" - Software in isolierter Umgebung ausprobieren, ohne andere Systeme zu beeinträchtigen.
7.2 Technische Umsetzung
| Technologie | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Virtuelle Maschinen (VM) | Vollständige virtuelle Maschine isoliert | VMware, VirtualBox, Hyper-V |
| Container | Leichtgewichtige Isolation auf Betriebssystem-Ebene | Docker, Kubernetes |
| Cloud-Sandboxes | Isolierte Cloud-Umgebungen | AWS EC2, Azure VM, GCE |
| Application Sandboxes | Isolierte Ausführung von Anwendungen | Chrome Sandbox, Java Sandbox |
7.3 Verwendung von Sandbox-Verfahren
| Anwendungsszenario | Beschreibung |
|---|---|
| Pilotierung | Sandbox als Testumgebung vor Produktivstart |
| Testen neuer Software | Ausprobieren von neuer Software ohne Risiko |
| Sicherheits-Testing | Testen von Software auf Sicherheitslücken |
| Entwicklung | Isolierte Entwicklungsumgebungen |
| Training | Schulungen in isolierten Umgebungen |
| Demonstration | Demos ohne Beeinträchtigung von Produktivsystemen |
7.4 Mögliche Probleme bei Sandbox-Verfahren
| Problem | Erklärung | Lösung |
|---|---|---|
| Leistungsfähigkeit / Performance | Sandboxes können langsamer sein als Produktivsystem | Leistungsstarke Hardware, Optimierung |
| Ressourcen-Verbrauch | Sandboxes verbrauchen Ressourcen (CPU, RAM, Speicher) | Ressourcen-Management, Bereinigung |
| Daten-Konsistenz | Unterschiede zwischen Sandbox und Produktivsystem | Daten-Replikation, Aktualisierung |
| Komplexität | Management von mehreren Umgebungen | Automatisierung, Cloud-Management |
| Kosten | Zusätzliche Kosten für Sandbox-Umgebungen | Effiziente Nutzung, Cloud-Optimierung |
7.5 Verbindung mit Pilotierung
Die Sandbox-Technik wird oft in Verbindung mit einer Pilotierung eingesetzt:
graph TD
A[Sandbox-Phase] --> B[Test- und Validierungsphase]
B --> C[Pilot-Phase]
C --> D[Produktiv-Rollout]
style A fill:#e3f2fd
style B fill:#fff9c4
style C fill:#ffecb3
style D fill:#c8e6c9
Beispiel: Ein Unternehmen testet eine neue CRM-Lösung zuerst in einer Sandbox-Cloud-Umgebung (Test), dann in einer Pilot-Abteilung (Pilot), dann im Rollout auf alle Abteilungen (Produktiv).
8. Entscheidung für die richtige Strategie
8.1 Kriterien für die Auswahl
| Kriterium | Fragen zur Evaluation |
|---|---|
| Komplexität des Systems | Wie komplex ist das System? Wie viele Abhängigkeiten gibt es? |
| Anzahl der Benutzer | Wie viele Benutzer sind betroffen? |
| Kritikalität | Wie kritisch ist das System für den Geschäftsbetrieb? |
| Gesetzliche Vorgaben | Gibt es gesetzliche oder regulatorische Vorgaben? |
| Risikotoleranz | Wie viel Risiko kann das Unternehmen eingehen? |
| Zeitrahmen | Wie schnell muss das System eingeführt werden? |
| Ressourcen-Verfügbarkeit | Welche Ressourcen sind für den Rollout verfügbar? |
| Budget | Wie hoch ist das Budget für den Rollout? |
| Benutzer-Akzeptanz | Wie hoch ist die Akzeptanz der Benutzer? |
| Technische Voraussetzungen | Welche technischen Voraussetzungen gibt es? |
| Parallelbetriebs-Möglichkeit | Können altes und neues System parallel betrieben werden? |
| Erfahrungen des Unternehmens | Hat das Unternehmen Erfahrungen mit ähnlichen Projekten? |
8.2 Entscheidungsmatrix
| Projekttyp | Empfohlene Strategie | Begründung |
|---|---|---|
| Kritische Systeme mit hohem Risiko | Sukzessiv oder Paralleleinführung | Risikominimierung ist priorisiert |
| Gesetzlich vorgeschriebene Systeme | Big Bang zum Stichtag | Keine Wahl durch Gesetz |
| Große Unternehmens-Software (ERP, CRM) | Pilotierung oder Sukzessiv | Lernerfahrung und Ressourcen-Management |
| Innovative, komplexe Systeme | Pilotierung | Testen und Lernen vor Rollout |
| Einfache Systeme mit wenigen Benutzern | Big Bang | Geringes Risiko, einfacher Rollout |
| Migrationsprojekte mit Risiko | Sandbox + Paralleleinführung | Isolierung und Risikominimierung |
| Systeme mit hoher Benutzer-Resistenz | Sukzessiv | Schrittweise Einführung erhöht Akzeptanz |
| Zeitkritische Projekte | Big Bang oder Pilotierung | Schneller Rollout notwendig |
8.3 Entscheidungsprozess
flowchart TD
A[Start Entscheidung] --> B{Gesetzliche Vorgabe?}
B -->|Ja| C[Big Bang<br/>zum Stichtag]
B -->|Nein| D{System-Kritikalität?}
D -->|Sehr hoch| E{Parallelbetrieb möglich?}
D -->|Mittel/Hoch| F{Komplexität?}
D -->|Niedrig| G{Benutzeranzahl?}
E -->|Ja| H[Paralleleinführung]
E -->|Nein| I[Sandbox + Sukzessiv]
F -->|Hoch| J[Pilotierung]
F -->|Mittel| K[Sukzessiv]
G -->|Groß| K
G -->|Klein| C
C --> L[Ende]
H --> L
I --> L
J --> L
K --> L
style C fill:#ffcdd2
style H fill:#c8e6c9
style I fill:#fff9c4
style J fill:#e3f2fd
style K fill:#ffecb3
9. Rollout-Planung
9.1 Rollout-Plan: Checkliste
□ Strategie-Auswahl und Begründung
□ Detaillierter Rollout-Plan erstellt
□ Rollout-Team benannt und eingewiesen
□ Ressourcen gebunden und geplant
□ Test-Umgebungen eingerichtet
□ Test- und Rollout-Daten vorbereitet
□ Schulungen geplant und durchgeführt
□ Kommunikation an alle Beteiligten
□ Go-Live-Team definiert und eingewiesen
□ Hypercare-Team aufgestellt
□ Notfallplan erstellt
□ Rollback-Plan definiert und getestet
□ Monitoring und Alerting eingerichtet
□ SLA und Support-Verträge finalisiert
□ Dokumentation erstellt und verteilt
□ Genehmigungen und Freigaben eingeholt
9.2 Rollout-Plan: Vorlage
| Phase | Aktivität | Verantwortlicher | Start | Ende | Status |
|---|---|---|---|---|---|
| Vorbereitung | Strategie-Auswahl | Projektleiter | 01.01. | 15.01. | ✅ |
| Vorbereitung | Rollout-Plan erstellen | Rolloutmanager | 15.01. | 31.01. | ✅ |
| Vorbereitung | Team benennen und einweisen | Projektleiter | 01.02. | 15.02. | ✅ |
| Vorbereitung | Schulungen durchführen | Trainer | 01.02. | 28.02. | ✅ |
| Test | Pilot-Phase | Pilot-Team | 01.03. | 31.03. | ✅ |
| Test | Erfahrungen sammeln | Alle | 01.04. | 15.04. | ✅ |
| Anpassung | Verbesserungen implementieren | Entwickler | 15.04. | 30.04. | ✅ |
| Rollout 1 | Rollout Phase 1 (Standort München) | Rollout-Team | 01.05. | 07.05. | 🔄 |
| Hypercare 1 | Hypercare Phase 1 | Hypercare-Team | 01.05. | 15.05. | ⏳ |
| Rollout 2 | Rollout Phase 2 (Standort Berlin) | Rollout-Team | 15.05. | 21.05. | ⏳ |
| Hypercare 2 | Hypercare Phase 2 | Hypercare-Team | 15.05. | 31.05. | ⏳ |
| Rollout 3 | Rollout Phase 3 (Standort Hamburg) | Rollout-Team | 01.06. | 07.06. | ⏳ |
| Hypercare 3 | Hypercare Phase 3 | Hypercare-Team | 01.06. | 15.06. | ⏳ |
| Abschluss | Projektabschluss | Projektleiter | 15.06. | 30.06. | ⏳ |
10. Zusammenfassung
10.1 Kernpunkte des Kapitels
- Strategie-Auswahl entscheidend - Die Rollout-Strategie kann über Erfolg oder Misserfolg entscheiden
- Fünf Haupt-Strategien - Big Bang, Pilotierung, Sukzessiv, Parallel, Sandbox
- Kriterien-basierte Entscheidung - Entscheidung basierend auf Komplexität, Risiko, Ressourcen
- Jede Strategie hat Vor- und Nachteile - Keine "beste" Strategie, sondern passende Strategie
- Planung ist Schlüssel - Sorgfältige Rollout-Planung ist entscheidend
- Flexibilität - Strategie kann im Projektverlauf angepasst werden
10.2 Strategie-Empfehlung
Entscheidungs-Heuristik
- Schnell + Einfach + Geringes Risiko → Big Bang
- Komplex + Großes Projekt → Pilotierung
- Ressourcen-schonend + Geringes Risiko → Sukzessiv
- Höchste Sicherheit + Kritisch → Paralleleinführung
- Testen + Isoliert + Innovativ → Sandbox
11. Schlüsselbegriffe
| Begriff | Definition |
|---|---|
| Rollout | Systematische Einführung einer neuen oder geänderten IT-Lösung im Unternehmen |
| Big Bang (Stichtagseinführung) | Gleichzeitige Einführung für alle Benutzer zu einem festen Zeitpunkt |
| Pilotierung | Testlauf in einer Region, Abteilung oder einem Funktionsbereich |
| Sukzessive Einführung | Schrittweise, zeitlich gestaffelte Einführung |
| Vertikaler Rollout | Regional gestaffelte Einführung: ein Benutzer/Benutzergruppe alle Funktionen |
| Horizontaler Rollout (funktional) | Funktional gestaffelte Einführung: ein Funktionsbereich bei allen Benutzern |
| Paralleleinführung | Paralleler Betrieb von altem und neuem System |
| Sandbox | Isolierte Laufzeitumgebung zum Testen von Software |
| Go-Live | Produktivstart eines neuen Systems oder einer neuen Version |
| Hypercare | Phase erhöhter Aufmerksamkeit und Support-Intensität direkt nach dem Go-Live |
| Rollback | Rückkehr zum vorherigen System nach einem fehlerhaften Go-Live |
| Pilot-Phase | Testphase zur Sammlung von Erfahrungen vor dem Haupt-Rollout |
12. Verständnisfragen
Frage 1: Strategie-Auswahl
Ein Krankenhaus plant die Einführung einer neuen Software für das Patientenmanagement (Electronic Health Record - EHR). Das System ist komplex, kritisch für den Geschäftsbetrieb und wird von 500 Mitarbeitern genutzt. Es gibt keine gesetzlichen Vorgaben für einen bestimmten Zeitpunkt. Das Management möchte das Risiko minimieren.
a) Welche Strategie(n) kommen infrage? b) Welche Strategie würden Sie empfehlen und warum? c) Wie würde der Rollout-Plan grob aussehen?
Lösung: a) Infrage kommende Strategien: - Sukzessive Einführung (Ressourcen-schonend, geringes Risiko) - Pilotierung (Lernerfahrung, Risikominimierung) - Paralleleinführung (Höchste Sicherheit, wenn paralleler Betrieb möglich) - Sandbox + Pilotierung (Isolierung + Lernerfahrung)
b) Empfehlung: Pilotierung + Sukzessive Einführung
Begründung: - Pilotierung ermöglicht Lernerfahrungen und Risikominimierung in einem kontrollierten Bereich - Sukzessive Einführung schont Ressourcen und minimiert Risiko, indem Benutzer schrittweise wechseln - Kombination ist ideal für komplexe, kritische Systeme mit vielen Benutzern - Paralleleinführung würde zu hohem Aufwand führen (doppelte Dateneingabe in Klinikumfeld kritisch) - Big Bang ist zu risikoreich für ein kritisches Kliniksystem
c) Grober Rollout-Plan: 1. Sandbox-Phase: System in isolierter Umgebung testen (4 Wochen) 2. Pilot-Phase: Pilot in einer Klinik-Abteilung (z.B. Radiologie, 50 Mitarbeiter) (4 Wochen) 3. Erfahrungen sammeln & anpassen: Learnings dokumentieren, Verbesserungen umsetzen (2 Wochen) 4. Sukzessiver Rollout: Schrittweise Einführung in weiteren Abteilungen (z.B. 2-3 Abteilungen pro Woche) (8-12 Wochen) 5. Hypercare: Intensive Nachbetreuung jeder Phase (jeweils 2 Wochen pro Phase) 6. Projektabschluss: Vollständige Einführung abgeschlossen, Übergabe an Betrieb
Frage 2: Big Bang vs. Sukzessiv
Ein mittelständisches Unternehmen (100 Mitarbeiter) führt ein neues Projektmanagement-Tool ein. Die Projektleitung diskutiert, ob ein Big Bang oder eine sukzessive Einführung besser wäre.
a) Nennen Sie 3 Argumente für Big Bang und 3 Argumente für sukzessive Einführung. b) Welche Strategie würden Sie für dieses Szenario empfehlen und warum?
Lösung: a) Argumente:
Für Big Bang: 1. Klarer Schnitt: Keine Mischung alter und neuer Prozesse, klarer Bruch 2. Schnell: Alle Mitarbeiter arbeiten ab Tag 1 mit dem neuen System, keine langwierige Übergangsphase 3. Kosteneffizient: Nur ein System muss betrieben werden, keine parallelen Kosten
Für sukzessive Einführung: 1. Ressourcen-schonend: Keine Überlastung an einem einzigen Zeitpunkt, Support verteilt über Zeit 2. Geringeres Risiko: Probleme wirken sich nicht auf alle Mitarbeiter aus, Fehler können isoliert werden 3. Lernerfahrung: Erfahrungen aus früheren Phasen nutzen, System verbessern
b) Empfehlung: Sukzessive Einführung
Begründung: - Ein mittelständisches Unternehmen (100 Mitarbeiter) ist nicht so groß, dass ein Big Bang zwingend notwendig ist - Projektmanagement-Tool ist wichtig, aber meist nicht "geschäftskritisch" im Sinne von Stillstand bei Ausfällen - Sukzessive Einführung ermöglicht Lernerfahrungen und Verbesserungen im Verlauf - Support und Training können besser auf die Mitarbeiter verteilt werden - Weniger Stress und Überlastung für Support-Teams und Projektleitung - Wenn das Unternehmen bereits Erfahrung mit Change hat, kann auch Big Bang in Betracht gezogen werden
Wenn das Projektmanagement-Tool jedoch einfach ist, die Mitarbeiter hohes Change-Management-Potenzial haben und schnelle Ergebnisse gefordert sind, könnte auch ein Big Bang mit guter Vorbereitung funktionieren.
Frage 3: Paralleleinführung
Ein Unternehmen plant die Einführung eines neuen Buchhaltungssystems und diskutiert eine Paralleleinführung. Der CFO ist skeptisch wegen der hohen Kosten.
a) Erklären Sie dem CFO die Vor- und Nachteile der Paralleleinführung. b) Welche Maßnahmen könnten die Kosten und den Aufwand reduzieren? c) Unter welchen Bedingungen wäre eine Paralleleinführung gerechtfertigt?
Lösung: a) Vor- und Nachteile für den CFO:
Vorteile: 1. Höchste Sicherheit: Bei Problemen kann sofort zum alten System zurückgekehrt werden (Risk Mitigation) 2. Validierung: Kontinuierlicher Vergleich der Ergebnisse zwischen altem und neuem System (Quality Assurance) 3. Schrittweise Migration: Buchhaltungsteam kann sich schrittweise an neue Lösung gewöhnen (Change Management) 4. Minimierung von Ausfallrisiko: Kein Ausfall der Buchhaltung bei Problemen mit neuem System (Business Continuity)
Nachteile: 1. Hohe Kosten: Doppelte System- und Wartungskosten (Software-Lizenzen, Hardware, Wartung) 2. Doppelter Aufwand: Buchhaltungsteam muss Daten in beiden Systemen erfassen (Zeit- und Ressourcenaufwand) 3. Hohe Benutzerbelastung: Mitarbeiter müssen doppelt arbeiten, was zu Frustration führen kann 4. Komplexität: Management von zwei Systemen erfordert zusätzliche Koordination und Überwachung
b) Maßnahmen zur Kosten- und Aufwandsreduzierung:
Kostenreduzierung: - Zeitlich begrenzter Parallelbetrieb: Paralleleinführung auf 4-6 Wochen begrenzen, nicht unbefristet laufen lassen - Automatisierung: Automatische Datenübertragung zwischen Systemen, wo möglich (z.B. Schnittstelle für Stammdaten) - Cloud-Lösungen: Nutzung von Cloud-basierten Lösungen für das neue System (keine Hardware-Investition) - Staffelungs-Lizenzen: Lizenzierung nur für die Dauer der Paralleleinführung
Aufwandsreduzierung: - Zusätzliches Personal: Temporäre Unterstützung der Buchhaltung durch Hilfskräfte oder Service-Center - Schnittstellen: Entwicklung von Schnittstellen zur Daten-Synchronisierung - Schulung: Intensive Schulung vor Paralleleinführung, um Fehlerquote zu minimieren - Priorisierung: Nur kritische Prozesse parallel führen, weniger kritische Prozesse direkt im neuen System
c) Bedingungen, unter denen Paralleleinführung gerechtfertigt ist:
- Hoch-kritisches System: Buchhaltung ist geschäftskritisch, Ausfälle hätten schwerwiegende finanzielle Konsequenzen
- Hohe Compliance-Anforderungen: Fehlende Fehler könnten zu Compliance-Verletzungen führen (Steuern, Audit)
- Komplexes System: Hohes Risiko von Fehlerquellen und Schnittstellenproblemen
- Keine Testumgebung: Keine Möglichkeit zum umfassenden Testen vor Produktivstart
- Erfahrungs-ARMES Team: Team hat keine Erfahrung mit ähnlichen Systemen, Lernerfahrung wichtig
- Budget verfügbar: Unternehmen hat Budget für den zusätzlichen Aufwand
- Zeitrahmen erlaubt: Projektdauer erlaubt zusätzlichen Zeitbedarf
Wenn diese Bedingungen zutreffen, ist der zusätzliche Aufwand der Paralleleinführung durch das reduzierte Risiko gerechtfertigt.
Nächstes Kapitel: 5. Hypercare & Nachbetreuung