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Kapitel 8: Wissensquiz

Quiz-Informationen

  • Fragen: 12
  • Themen: Konzepttypen, Handlungsfelder, RACI/AKV, Projektstrukturplan, Ablaufplanung, Ressourcenplanung, Kommunikation
  • Format: Multiple Choice mit Lösungen und Erklärungen
  • Ziel: Wissensüberprüfung aller Module

Teil 1: Konzepttypen und Handlungsfelder

Frage 1: Soll-Konzept vs. Lösungskonzept

Ein Kunde bittet Sie, ein Dokument zu erstellen, das die zukünftigen Geschäftsprozesse beschreibt, aber noch keine Entscheidung für einen spezifischen Software-Hersteller trifft. Welches Dokument erstellen Sie?

A) Lösungskonzept B) Soll-Konzept C) Technisches Konzept D) Architektur-Dokument

Lösung: B) Soll-Konzept

Erklärung: Das Soll-Konzept beschreibt den gewünschten Endzustand aus fachlicher Sicht. Es ist technologieoffen und konzentriert sich auf Geschäftsprozesse und Anforderungen. Das Lösungskonzept hingegen würde bereits die konkrete Technologie (z. B. SAP vs. Microsoft Dynamics) festlegen.

Frage 2: Technische Handlungsfelder

Welches der folgenden technischen Handlungsfelder gehört NICHT zu den 15 Handlungsfeldern der Lösungskonzeption?

A) Cloud-Planung B) Security und Compliance C) Marketing-Kampagnenplanung D) Architekturplanung

Lösung: C) Marketing-Kampagnenplanung

Erklärung: Marketing-Kampagnenplanung ist ein geschäftliches Handlungsfeld, kein technisches. Die 15 technischen Handlungsfelder umfassen Architektur, Integration, Cloud, Security, Betrieb, Datenhaltung, Schnittstellen, Infrastruktur, Compliance, Skalierbarkeit, Monitoring, Backup/Recovery, DevOps, Testautomatisierung und Performance.

Frage 3: Homogenisierung

Welches primäre Ziel verfolgt ein IT-Berater mit der Strategie der "Homogenisierung" innerhalb einer IT-Infrastruktur?

A) Maximale Innovation durch diverse Technologien B) Reduktion von Komplexität und Kosten C) Schnelle Implementierung neuer Features D) Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit

Lösung: B) Reduktion von Komplexität und Kosten

Erklärung: Homogenisierung bedeutet die Vereinheitlichung von Betriebssystemen, Datenbanken oder Hardware-Modellen. Dies reduziert den Wartungsaufwand, vereinfacht die Ersatzteilhaltung und ermöglicht eine zentralere Durchsetzung von Sicherheits-Policies – alles führt zu reduzierter Komplexität und niedrigeren Kosten.


Teil 2: RACI und Projektstrukturplan

Frage 4: RACI-Matrix Regeln

In einer RACI-Matrix wird für das Arbeitspaket "Server-Konfiguration" sowohl der IT-Leiter als auch der externe Consultant mit einem "A" (Accountable) markiert. Warum ist dies ein methodischer Fehler?

A) Da sollte ein "R" stehen B) Es darf nur genau eine "A" pro Aufgabe geben C) "A" steht für "Analyst", nicht für Rechenschaftspflicht D) Externe Berater dürfen keine "A"-Rolle haben

Lösung: B) Es darf nur genau eine "A" pro Aufgabe geben

Erklärung: Nach dem RACI-Standard darf es für jede Aufgabe nur genau eine Person geben, die "Accountable" (rechenschaftspflichtig) ist. Mehrere "As" führen zu diffuser Verantwortung und erschweren die Entscheidungsfindung. Mehrere Personen können jedoch das "R" (Responsible) für die Durchführung erhalten.

Frage 5: Projektstrukturplan (PSP)

Welches ist das Hauptziel eines Projektstrukturplans (PSP)?

A) Zeitliche Planung des Projekts B) Zerlegung des Projekts in steuerbare Arbeitpakete C) Ressourcen zuordnen D) Kosten berechnen

Lösung: B) Zerlegung des Projekts in steuerbare Arbeitpakete

Erklärung: Der PSP ist ein Werkzeug zur strukturierten Zerlegung eines Projekts in hierarchisch angeordnete Teilaufgaben und Arbeitpakete. Er bildet die Grundlage für Zeit-, Kosten- und Ressourcenplanung, ist aber selbst keine dieser Planungen.


Teil 3: Ablaufplanung und Netzplantechnik

Frage 6: Kritischer Pfad

Was bedeutet es, wenn ein Vorgang auf dem kritischen Pfad liegt?

A) Der Vorgang ist der wichtigste im Projekt B) Der Vorgang hat eine Gesamtpufferzeit von 0 C) Der Vorgang muss zuerst erledigt werden D) Der Vorgang hat die längste Dauer

Lösung: B) Der Vorgang hat eine Gesamtpufferzeit von 0

Erklärung: Der kritische Pfad besteht aus allen Vorgängen mit einer Gesamtpufferzeit (GP) von 0. Jede Verzögerung auf dem kritischen Pfad verzögert das gesamte Projekt. Wichtigkeit, Reihenfolge und Dauer sind sekundär – die Pufferzeit ist entscheidend.

Frage 7: Pufferzeiten

Ein Vorgang hat folgende Werte: - Early Start (ES) = 5 - Early Finish (EF) = 15 - Late Start (LS) = 10 - Late Finish (LF) = 20

Wie hoch ist die Gesamtpufferzeit (GP)?

A) 5 Tage B) 0 Tage C) 10 Tage D) 15 Tage

Lösung: A) 5 Tage

Erklärung: Die Gesamtpufferzeit wird berechnet als GP = LS - ES = 10 - 5 = 5 (oder GP = LF - EF = 20 - 15 = 5). Der Vorgang kann um bis zu 5 Tage verschoben werden, ohne das Projektende zu gefährden.

Frage 8: Abhängigkeitstypen

Welche Abhängigkeit wird in der Praxis am häufigsten verwendet?

A) Start-to-Start (SS) B) Finish-to-Start (FS) C) Finish-to-Finish (FF) D) Start-to-Finish (SF)

Lösung: B) Finish-to-Start (FS)

Erklärung: Finish-to-Start ist die häufigste und intuitivste Abhängigkeit: Ein Vorgänger muss fertig sein, bevor der Nachfolger starten kann (z. B. Design fertig → Entwicklung starten). SS, FF und SF werden nur in speziellen Situationen verwendet.


Teil 4: Ressourcenplanung

Frage 9: Kapazitätsberechnung

Ein Entwickler ist zu 100% (40 Stunden/Woche) verfügbar. Abzüglich von Team-Meetings (4h), Administration (3h) und Schulung (2h) sowie einem Urlaubs-/Krankheits-Buffer von 15%: Wie hoch ist die Netto-Kapazität?

A) 40 Stunden B) 31 Stunden C) ~26 Stunden D) ~22 Stunden

Lösung: C) ~26 Stunden

Erklärung: - Nominelle Verfügbarkeit: 40h - Abzüglich Meetings/Admin/Schulung: 40 - 4 - 3 - 2 = 31h - Abzüglich 15% Buffer: 31 × 0.85 = ~26.35h Dies ist die realistische Netto-Kapazität für produktive Arbeit.

Frage 10: Ressourcennivellierung

Ein Projekt hat einen Engpass: Ein Senior-Architekt ist in KW 5-6 mit 120% ausgelastet. Welche Maßnahme ist KEINE gültige Nivellierungsstrategie?

A) Nicht-kritische Vorgänge in deren Pufferzeit verschieben B) Freelancer-Architekten für 2 Wochen hinzuziehen C) Alle Vorgänge um 2 Wochen verschieben D) Projektumfang reduzieren

Lösung: C) Alle Vorgänge um 2 Wochen verschieben

Erklärung: Das Verschieben aller Vorgänge erhöht die Gesamtdauer des Projekts unnötig. Besser ist es, nur überlastete Vorgänge in Pufferzeiten zu verschieben, zusätzliche Ressourcen hinzuziehen oder den Umfang zu reduzieren. Eine globale Verzögerung ist ineffizient.


Teil 5: Kommunikation

Frage 11: Stakeholder-Kommunikation

Ein C-Level-Manager (hohe Macht, hohes Interesse) benötigt regelmäßige Updates. Was ist die angemessene Kommunikationsstrategie?

A) Tägliche E-Mails mit allen Details B) Monatliche Management-Präsentation mit High-Level-Infos C) Wöchentliche 2-stündige Detailmeetings D) Nur auf Nachfrage informieren

Lösung: B) Monatliche Management-Präsentation mit High-Level-Infos

Erklärung: C-Level-Manager haben hohe Macht und hohes Interesse, aber wenig Zeit. Monatliche High-Level-Updates (KPIs, Ampel-Status, kritische Entscheidungen) sind angemessen. Tägliches oder detailliertes Reporting ist überfordernd. Nur auf Nachfrage zu informieren ist falsch, da das Interesse hoch ist.

Frage 12: Eskalationswege

Ein kritischer Produktionsausfall ist aufgetreten. Welche Eskalationsstufe ist angemessen?

A) Stufe 1: Team-Ebene B) Stufe 2: Projekt-Ebene C) Stufe 3: Management-Ebene D) Stufe 4: Krisenstab

Lösung: D) Stufe 4: Krisenstab

Erklärung: Ein kritischer Produktionsausfall ist eine Krise, die sofortiges Handeln erfordert. Der Krisenstab (inkl. Management, Ops, Dev) wird aktiviert, um den Notfall-Plan zu starten und Schadensbegrenzung zu gewährleisten. Niedrigere Stufen sind für weniger kritische Situationen.


Score-Berechnung

Punkte Bewertung
10-12 Exzellent – Sie haben das Modul hervorragend verstanden
8-9 Gut – Solides Wissen, leichte Verbesserungsmöglichkeiten
6-7 Ausreichend – Grundlagen verstanden, Wiederholung empfohlen
< 6 Verbesserungswürdig – Modul wiederholen

Feedback und Weiterbildung

Weiterbildungsempfehlungen

Basierend auf Ihren Ergebnissen: - Wenn Sie bei RACI/AKV schwächelten: Wiederholen Sie Kapitel 3 und üben Sie mit einer echten Matrix - Wenn die Ablaufplanung Probleme machte: Erstellen Sie ein Gantt-Diagramm für ein Mini-Projekt - Wenn die Ressourcenplanung schwierig war: Berechnen Sie die Kapazität Ihres Teams - Wenn die Kommunikation Fehler zeigte: Erstellen Sie eine Stakeholder-Matrix für Ihr aktuelles Projekt

Bonus-Frage

Frage 13: Iterative Planung

Warum ist es in der Projektplanung oft notwendig, zu bereits abgeschlossenen Schritten (z. B. von der Terminplanung zurück zur Ablaufplanung) zurückzukehren?

A) Die Planungssoftware hat einen Fehler B) Abhängigkeiten zwischen Planungsschritten erzwingen dies C) Der Projektmanager hat den ersten Schritt vergessen D) Kunden fordern dies immer

Lösung: B) Abhängigkeiten zwischen Planungsschritten erzwingen dies

Erklärung: Die Projektplanung ist kein linearer Prozess. Wenn beispielsweise die Terminplanung ergibt, dass ein Meilenstein aufgrund von Ressourcenmangel nicht haltbar ist, muss die Ablaufplanung (die logische Abfolge der Tätigkeiten) oder die Ressourcenplanung angepasst werden, um den Engpass zu umgehen. Diese Interdependenzen erfordern eine iterative Planung.


Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss des Moduls 09!

🎯 Nächste Schritte: 1. [ ] Wiederholen Sie die Kapitel, bei denen Sie Fehler gemacht haben 2. [ ] Wenden Sie das Wissen in einem echten Projekt an 3. [ ] Dokumentieren Sie Ihre Erfahrungen als Lessons Learned


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