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07 - After-Sales und Folgeprojekte

Lernziele

  • Kundenbindung nach Projektabschluss stärken
  • Cross-Selling und Up-Selling im IT-Kontext anwenden
  • Wartungsverträge gestalten und verkaufen
  • Folgeprojekte frühzeitig identifizieren und besetzen

🧠 Management Summary

Das After-Sales-Management beginnt nicht nach dem Projektabschluss, sondern bereits während der Projektplanung. In der IT-Branche ist der Projektabschluss nicht das Ende, sondern der Beginn einer langfristigen Kundenbeziehung. Professionelle After-Sales-Strategien umfassen Kundenbindung durch exzellenten Service, Cross-Selling und Up-Selling durch gezielte Angebotserweiterung, und Wartungsverträge zur Umsatzsicherung. Die Identifikation von Folgeprojekten ist ein strategischer Prozess: Durch regelmäßigen Kundenkontakt, Monitoring der Kundenumgebung und proaktive Beratung werden neue Bedarfe (z.B. Cloud-Migration, KI-Anbindung, Digitalisierung) frühzeitig erkannt und besetzt. Für IT-Berater ist das After-Sales-Management entscheidend, da es nicht nur den Umsatz sichert, sondern auch die Marketingkosten reduziert: Ein zufriedener Kunde, der Folgeaufträge vergibt, ist 5-10-mal wertvoller als ein Neukunde.


📚 Grundlagen des After-Sales-Managements

Was ist After-Sales?

After-Sales umfasst alle Maßnahmen und Aktivitäten, die nach dem Abschluss eines Projekts oder Verkaufs durchgeführt werden, um die Kundenzufriedenheit zu sichern, die Kundenbeziehung zu stärken und Folgegeschäfte zu generieren.

After-Sales ≠ Support

After-Sales ist umfassender als Support. Support beinhaltet die technische Betreuung, während After-Sales auch Kundenbindung, Cross-Selling, Up-Selling und strategische Partnerschaft umfasst.

Warum After-Sales im IT-Bereich unverzichtbar

Grund Beschreibung
Hohe Marketingkosten für Neukunden 5-10-mal höherer Aufwand als für Bestandskunden
Hohe Wechselbarrieren IT-Systeme sind tief integriert, Wechsel teuer
Kontinuierlicher Bedarf IT unterliegt ständiger Weiterentwicklung
Technologiewandel Neue Technologien (Cloud, KI, etc.) erzeugen neue Projekte
Vertrauensbasis Vertrauen aus dem Projekt wird für Folgeprojekte genutzt

Der After-Sales-Zyklus

graph LR
    A[Projektabschluss] --> B[Übernahme<br/>Go-Live]
    B --> C[Support-Phase<br/>Erste Wochen]
    C --> D[Kundenpflege<br/>Regelmäßiger Kontakt]
    D --> E[Beratung<br/>Neue Bedarfe identifizieren]
    E --> F[Angebot<br/>Folgeprojekte oder Up-Selling]
    F --> G[Abschluss<br/>Neues Projekt startet]
    G --> A

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🤝 Kundenbindung nach Projektabschluss

Das "Golden Moment": Projektübernahme

Der Projektabschluss ist ein kritischer Moment. Die Übergabe (Go-Live) muss professionell gestaltet werden, um Vertrauen zu stärken.

Übernahme-Checkliste

Phase Aufgabe Verantwortlicher
Vorbereitung Übergabedokumentation erstellen, Schulung planen Projektmanager
Durchführung Go-Live, Testlauf, Schulung durchführen Projektmanager, Kunden-Betreuer
Nachbereitung Follow-up-Meeting, Open-Items klären Kunden-Betreuer
Handover Übergabe an Support-Team Support-Team, Kunden-Betreuer

Projektübernahme: CRM-Einführung

Tag des Go-Live: - 08:00 Uhr: System-Check (alle Komponenten online) - 09:00 Uhr: Start der Schulung (20 Anwender) - 12:00 Uhr: Erste Testläufe mit Anwendern - 14:00 Uhr: Hotline verfügbar (Support-Team bereit) - 17:00 Uhr: Abschluss-Meeting (Soll/Ist-Abgleich)

Woche 1 nach Go-Live: - Tägliche Status-Calls mit dem Kunden - Hotline-Statistik pro Tag - Schnelle Bearbeitung von Hotfixes

Monat 1 nach Go-Live: - Wöchentliche Status-Calls - Monats-Review-Meeting - Dokumentation aller Verbesserungen

Regelmäßiger Kundenkontakt

Ein strukturierter Kontaktplan ist entscheidend für die Kundenbindung.

Frequenz Kontaktperson Zweck Kanal
Täglich (Woche 1-4) Support-Team Hotline, Fehlerbehebung Telefon, E-Mail
Wöchentlich (Monat 1-3) Kunden-Betreuer Status-Update, Feedback Telefon
Monatlich (ab Monat 4) Kunden-Betreuer Strategie-Update, Neuerungen Telefon
Quartalsweise Account Manager Geschäftsstrategie, Forecast Vor-Ort-Meeting
Jährlich Geschäftsführung Jahres-Review, Strategie Vor-Ort-Meeting

Der "Wie geht es Ihnen?"-Anruf

Ein wichtiger Bestandteil des Kundenkontakts ist der regelmäßige "Wie geht es Ihnen?"-Anruf - nicht technisch, sondern persönlich. Wie läuft das Projekt? Wie geht es dem Team? Was ist im Unternehmen los? Diese Anrufe stärken die persönliche Beziehung und erzeugen Loyalität.


📈 Cross-Selling und Up-Selling

Grundlagen

Cross-Selling: Verkauf von ergänzenden Produkten oder Dienstleistungen (z.B. Hardware-Kauf ergänzt durch Wartungsvertrag)

Up-Selling: Verkauf einer höherwertigen Variante des Produkts oder der Dienstleistung (z.B. Standard-Lizenz → Premium-Lizenz)

Cross-Selling im IT-Kontext

Cross-Selling-Angebot Basisprodukt Ergänzungsprodukt
Hardware + Wartung Server-Cluster 3-Jahres-Wartungsvertrag
Software + Schulung CRM-Lizenz Mitarbeiterschulung (2 Tage)
System + Backup-Lösung ERP-System Cloud-Backup-Lösung
Support + Monitoring Supportvertrag 24/7-Monitoring-Suite
Software + Integration Standardsoftware Schnittstellenentwicklung

Cross-Selling: Server-Upgrade

Basis: Kunde kauft neuen Server für 24.000 €

Cross-Selling-Angebot: - 3-Jahres-Wartungsvertrag: 3.600 € p.a. - Cloud-Backup-Lösung: 1.200 € p.a. - System-Monitoring: 600 € p.a. - Zusatzumsatz: 5.400 € p.a. (22,5 % des Basisumsatzes)

Argumentation: "Der Server ist eine Investition in 4 Jahren. Mit dem Wartungsvertrag garantieren wir, dass der Server 4 Jahre lang funktioniert. Mit dem Backup schützen Sie Ihre Daten. Mit dem Monitoring erkennen wir Probleme bevor sie kritisch werden."

Up-Selling im IT-Kontext

Up-Selling-Angebot Standard-Version Premium-Version
CRM-System Basis-Funktionen Premium: Analytics, API, Multi-Site
Supportvertrag 08:00-18:00 Support 24/7 Support
Cloud-Speicher 100 GB 1 TB mit High-Availability
Schulung 1 Tages-Schulung 3-Tage-Workshop plus Online-Material
Software-Lizenz Standard-Edition Enterprise-Edition mit Custom-Funktionen

Up-Selling: Supportvertrag

Basisangebot: Supportvertrag 08:00-18:00 Uhr, 2 Stunden Reaktionszeit, 5 Tage pro Woche - Preis: 500 € p.a.

Up-Selling-Angebot: Premium-Support 24/7, 30 Minuten Reaktionszeit, 7 Tage pro Woche - Preis: 2.000 € p.a. (+300 %)

Argumentation: "Für Ihr System ist eine 24/7-Verfügbarkeit kritisch. Ein Ausfall am Wochenende kostet Sie Produktivität und Reputation. Mit dem Premium-Support garantieren wir, dass wir immer verfügbar sind - auch an Feiertagen."

Strategien für Cross- und Up-Selling

Strategie Beschreibung Beispiel
Paket-Preise Bündelung von Produkten zu einem Paketpreis "Server + Wartung" als Komplettpaket
Early-Bird-Rabatte Rabatt bei frühzeitiger Erweiterung "Wenn Sie bis zum 31.12. den Wartungsvertrag abschließen, erhalten Sie 15 % Rabatt"
Referenzkunden-Programm Rabatt für Empfehlungen "Wenn Sie uns einen Kunden empfehlen, erhalten Sie 10 % Rabatt auf den nächsten Vertrag"
Mengenrabatte Rabatt bei höherem Volumen "10 Lizenzen zum Preis von 9"
Laufzeitbindung Rabatt bei längerer Laufzeit "24-Monats-Vertrag: 20 % Rabatt gegenüber 12 Monaten"

🔧 Wartungsverträge

Warum Wartungsverträge?

Vorteil Beschreibung
Planbare Einnahmen Monatliche oder jährliche wiederkehrende Einnahmen
Kundenbindung Kunden bleiben langfristig gebunden
Umsatzsicherung Stabilisiert das Geschäft gegenüber einmaligen Projekten
Kostenverteiler Kosten des Supports werden auf alle Kunden verteilt
Qualitätssicherung Kontinuierliche Wartung erhöht die System-Stabilität

Struktur eines Wartungsvertrags

1. Wartungsumfang definieren

Wartungstyp Inhalt Typischer Preis
Standard-Wartung Fehlerbehebung, Updates, 08:00-18:00 Support 10-15 % der Lizenzkosten p.a.
Premium-Wartung Alles inkl. 24/7 Support, Monitoring 20-25 % der Lizenzkosten p.a.
Custom-Wartung Individuelle Erweiterungen, On-Site-Support Auf Basis von Aufwand

2. Wartungsservices

Service Standard Premium
Reaktionszeit 8 Stunden 2 Stunden
Erreichbarkeit 08:00-18:00 Uhr, 5 Tage 24/7, 7 Tage
Updates Monatlich Wöchentlich
On-Site-Support Nicht inklusive Inklusive (2 Tage p.a.)
Monitoring Nicht inklusive Inklusive (24/7)

Wartungsvertrag: CRM-System

Lizenzkosten: 50.000 € (Einmalig)

Standard-Wartungsvertrag (3 Jahre): - Umfang: Fehlerbehebung, Updates, 08:00-18:00 Support - Preis: 7.500 € p.a. (15 % der Lizenzkosten) - Gesamtumsatz: 22.500 € über 3 Jahre

Premium-Wartungsvertrag (3 Jahre): - Umfang: Alles inkl. 24/7 Support, Monitoring, On-Site - Preis: 12.500 € p.a. (25 % der Lizenzkosten) - Gesamtumsatz: 37.500 € über 3 Jahre

Argumentation: "Mit dem Premium-Wartungsvertrag erhalten Sie nicht nur Wartung, sondern auch 24/7-Support und Monitoring. Ein Ausfall am Wochenende wird proaktiv erkannt, bevor er kritisch wird."

Wartungsvertrags-Verkauf

Verkaufsargumente

Argument Erklärung
Kostenersparnis Ein Wartungsvertrag ist günstiger als Ad-hoc-Support
Risikominimierung Garantierte Verfügbarkeit, SLAs
Budget-Sicherheit Fixe Kosten statt variable Support-Kosten
Planbarkeit Updates und Wartungen sind geplant, keine Überraschungen
Strategische Partnerschaft Langfristige Zusammenarbeit statt einmaliger Verkauf

Verkaufsprozess

graph TD
    A[Projektabschluss] --> B[Wartungsangebot vorbereiten]
    B --> C[Kunden-Betreuer spricht mit Kunden]
    C --> D{Interesse?}
    D -->|Ja| E[Angebot angepasst, Details geklärt]
    D -->|Nein| F[Gründe erfassen, Feedback sammeln]
    E --> G[Vertrag geschlossen]
    F --> H[Follow-up in 6 Monaten]

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Wartungsvertrag nicht als "Zusatz" verkaufen

Ein Wartungsvertrag sollte nicht als "Zusatz" positioniert werden, sondern als Teil einer ganzheitlichen Lösung. Argumentation: "Das Projekt ist erst abgeschlossen, wenn die Wartung geklärt ist. Ohne Wartung ist das System unvollständig."


🎯 Folgeprojekte identifizieren und besetzen

Wie werden Folgeprojekte erkannt?

1. Monitoring der Kundenumgebung

Indikatoren für Folgeprojekte:

Indikator Erklärung Typisches Folgeprojekt
System-Erweiterung Kunde meldet neuen Bedarf Erweiterungsmodule, Custom-Entwicklung
Neue Abteilung Kunde erweitert sich System-Erweiterung, neue Lizenzen
Compliance-Anforderungen Neue Gesetze oder Standards Compliance-Check, System-Anpassung
Technologiewandel Kunde migriert zu neuer Technologie Cloud-Migration, Modernisierung
Leistungsprobleme System erreicht Performance-Grenzen Skalierung, Hardware-Upgrade
Integrationsbedarf Kunde kauft neue Systeme Schnittstellenentwicklung
KI-Interesse Kunde erkundet KI-Lösungen KI-Integration, Machine-Learning-Projekte

Monitoring: Cloud-Migration erkennbar

Situation: Kunde hat noch On-Premise-Server, kündigt aber an, dass das Hosting-Vertrag läuft aus.

Indikator: "Unser Hosting-Vertrag läuft in 6 Monaten aus."

Folgeprojekt: Cloud-Migration zu AWS/Azure

Angebot: "Herr Schmidt, wir haben gehört, dass Ihr Hosting-Vertrag läuft aus. Wir können Ihnen eine Cloud-Migration zu AWS anbieten. Wir haben bereits Erfahrung mit Ihrer Infrastruktur und garantieren einen reibungslosen Übergang."

2. Proaktive Beratung

Strategische Beratung erzeugt Folgeprojekte:

Beratungsansatz Typisches Folgeprojekt
"Haben Sie schon über KI nachgedacht?" KI-Integration, Machine-Learning
"Ihr System läuft bald an die Grenzen" Skalierung, Hardware-Upgrade
"Haben Sie Compliance-Anforderungen?" Compliance-Check, ISO-Zertifizierung
"Haben Sie Backup-Strategien?" Backup-Lösung, Disaster Recovery
"Haben Sie eine Mobile-Strategie?" Mobile-App-Entwicklung

3. Kunden-Feedback-Schleifen

Regelmäßige Kundenzufriedenheits-Umfragen und Feedback-Meetings:

Feedback-Methode Typischer Rhythmus
Kundenzufriedenheits-Umfrage Quartalsweise
Strategie-Meeting Halbjährlich
Jahres-Review Jährlich
Ad-hoc-Meetings Bei größeren Veränderungen

Strategie-Meeting: Folgeprojekt identifizieren

Teilnehmer: Kunden-Betreuer, Kunde (IT-Leiter)

Themen: 1. Wie läuft das aktuelle Projekt? 2. Was sind die aktuellen Herausforderungen? 3. Was sind die strategischen Ziele für das nächste Jahr? 4. Welche technologischen Entwicklungen sind relevant?

Ergebnis: Kunde will Digitalisierung und KI-Integration

Folgeprojekt: KI-basierte Chatbot-Integration

Nächster Schritt: Angebot vorbereiten

Folgeprojekte besetzen

Verkaufsprozess für Folgeprojekte

graph TD
    A[Folgeprojekt identifiziert] --> B[Kunden-Betreuer schätzt Aufwand]
    B --> C[Konzept entwerfen]
    C --> D[Angebot vorbereiten]
    D --> E[Angebot präsentieren]
    E --> F{Auftrag erhalten?}
    F -->|Ja| G[Projekt starten]
    F -->|Nein| H[Gründe erfassen, Feedback sammeln]
    H --> I[Follow-up in 3 Monaten]

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    style D fill:#e6ffe6
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Erfolgsfaktoren

Faktor Erklärung
Vertrauensbasis Kunden vertrauen dem Anbieter aufgrund früherer Projekte
Timing Das Angebot wird zum richtigen Zeitpunkt präsentiert (nicht zu früh, nicht zu spät)
Maßgeschneidert Das Angebot ist auf die spezifischen Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten
Transparente Kosten Kostenaufschlüsselung, ROI-Berechnung
Referenzen Andere Kunden mit ähnlichen Projekten als Referenz

Folgeprojekt-Angebot: KI-Integration

Situation: Kunde hat ERP-System, will Chatbot für Kunden-Support integrieren.

Angebot: - Phase 1: Requirements-Analyse (2 Tage) - Phase 2: Chatbot-Konzeption (1 Woche) - Phase 3: Entwicklung und Integration (4 Wochen) - Phase 4: Testing und Go-Live (1 Woche)

Kosten: 80.000 €

ROI: Reduktion der Support-Kosten um 40 % (200.000 € p.a. Ersparnis), Amortisation in 6 Monaten

Referenz: "Wir haben ein ähnliches Projekt bei Firma XY durchgeführt. Dort haben wir die Support-Kosten von 500.000 € auf 300.000 € reduziert."


💡 Dialogbeispiel: After-Sales-Gespräch

Szenario: Kunden-Betreuer spricht mit Kunde nach Projektabschluss

Kunden-Betreuer: "Guten Morgen, Herr Schmidt. Wie geht es Ihnen? Wie läuft das neue CRM-System?"

Kunde: "Guten Morgen, Frau Müller. Das System läuft gut. Die Mitarbeiter sind zufrieden. Wir haben einige Anpassungen gewünscht, die haben Sie schnell umgesetzt."

Kunden-Betreuer: "Freut mich zu hören. Das ist gut. Haben Sie noch Herausforderungen oder Bedenken?"

Kunde: "Ja, eine Sache ist noch. Wir möchten das CRM mit unserem ERP-System verbinden. Momentan müssen die Mitarbeiter Daten per Copy-Paste übertragen, das ist zeitaufwendig."

Kunden-Betreuer: "Verstehe. Das ist ein klassisches Integrationsprojekt. Wir haben Erfahrung mit der Integration von CRM- und ERP-Systemen. Lassen Sie mich ein kurzes Konzept für Sie vorbereiten."

Kunde: "Ok. Was würde das kosten?"

Kunden-Betreuer: "Ich würde den Aufwand auf etwa 40 Stunden schätzen. Bei unserem Stundensatz von 150 € sind das 6.000 € plus Kosten für eventuelle Drittanbieter-Schnittstellen."

Kunde: "Das ist machbar. Können Sie das Angebot schicken?"

Kunden-Betreuer: "Gerne. Ich schicke Ihnen bis zum Ende der Woche das Angebot mit einem detaillierten Konzept. Und eine Frage noch: Haben Sie Interesse an einem Wartungsvertrag für das CRM-System?"

Kunde: "Haben wir den nicht schon?"

Kunden-Betreuer: "Nein, das CRM-System wurde ohne Wartungsvertrag ausgeliefert. Ich kann Ihnen einen Standard-Wartungsvertrag für 7.500 € p.a. anbieten. Das beinhaltet Fehlerbehebung, Updates und Support von 08:00 bis 18:00 Uhr."

Kunde: "Hmm. Wie würde das helfen?"

Kunden-Betreuer: "Sie haben garantierte Reaktionszeiten, Updates werden automatisch eingespielt, und wenn Probleme auftreten, kümmern wir uns um die Fehlerbehebung. Das gibt Ihnen Planungssicherheit und minimiert Ausfallzeiten."

Kunde: "Klingt gut. Machen Sie das Angebot für den Wartungsvertrag gleich mit."

Kunden-Betreuer: "Gerne. Ich schicke Ihnen beide Angebote (Integration und Wartungsvertrag) bis zum Freitag. Und noch eine Frage: Haben Sie schon über eine Mobile-App für das CRM nachgedacht?"

Kunde: "Nein, wir haben noch nicht darüber nachgedacht."

Kunden-Betreuer: "Ich erwähne es nur, weil viele Kunden nach der CRM-Einführung eine Mobile-App hinzufügen. Es ermöglicht den Außendienst-Mitarbeitern, das CRM mobil zu nutzen. Wenn Sie Interesse haben, können wir das in den nächsten Monaten besprechen."

Kunde: "Interessant. Wir besprechen das in einem halben Jahr. Erstmal die Integration und den Wartungsvertrag."

Kunden-Betreuer: "Verstanden. Ich schicke die Angebote bis Freitag. Rufen Sie mich an, wenn Sie Fragen haben."


🎯 Zusammenfassung

After-Sales-Checkliste

Phase Aufgabe Ergebnis
Projektabschluss Professionelle Übergabe, Dokumentation Zufriedener Kunde
Support-Phase Hotline, Fehlerbehebung Probleme schnell gelöst
Kundenpflege Regelmäßige Anrufe, Feedback-Meetings Starke Kundenbeziehung
Cross-/Up-Selling Angebote für Erweiterungen, Premium-Lizenzen Zusätzlicher Umsatz
Wartungsverträge Wartung als integraler Teil der Lösung Wiederkehrende Einnahmen
Folgeprojekte Monitoring, proaktive Beratung Strategische Partner werden

Häufige Fehler vermeiden

Fehler Auswirkung Lösung
Projektabschluss nicht dokumentiert Streit über Verantwortlichkeiten Übergabedokumentation, Handover-Checkliste
Kein regelmäßiger Kundenkontakt Kunde fühlt sich ignoriert Strukturierter Kontaktplan
Kein Wartungsvertrag angeboten Umsatzpotential ungenutzt Wartungsvertrag als Standard-Angebot
Keine proaktive Beratung Folgeprojekte gehen an Konkurrenz Regelmäßige Strategie-Meetings, Monitoring
Kein Cross-/Up-Selling Kunden nutzen nicht das volle Potential Cross-/Up-Selling-Angebote vorbereiten

Erfolgsfaktor

After-Sales ist nicht das "Ende", sondern der "Beginn" einer langfristigen Partnerschaft. Ein Kunde, der nach Projektabschluss nicht weiter betreut wird, ist ein verlorener Kunde. Ein Kunde, der regelmäßig betreut wird, ist ein potenzieller Follow-Up-Kunde, der 5-10-mal wertvoller ist als ein Neukunde. Das After-Sales-Management ist der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum und stabiler Einnahmenbasis.