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Wissenscheck: Modul 05

Testen Sie Ihr Wissen zur Anforderungs- und Schwachstellenanalyse.

Frage 1: Klassifizierung nach dem Kano-Modell

Ein Kunde setzt voraus, dass eine neue Banking-App Überweisungen fehlerfrei ausführt. Er erwähnt dies im Interview nicht explizit. Um welche Art von Merkmal handelt es sich nach dem Kano-Modell und was passiert, wenn dieses Merkmal fehlt?

Lösung: Es handelt sich um ein Basismerkmal. Diese Merkmale werden als selbstverständlich vorausgesetzt und daher oft nicht explizit genannt. Wenn sie fehlen, führt dies zu extremer Unzufriedenheit. Ihre Erfüllung führt jedoch nicht zu besonderer Zufriedenheit, sondern lediglich zu einem Zustand der "Nicht-Unzufriedenheit".

Frage 2: Unterschied zwischen funktionalen und nicht-funktionalen Anforderungen

Ordnen Sie folgende Anforderung ein: "Das System muss in der Lage sein, 500 gleichzeitige Benutzeranfragen mit einer Antwortzeit von unter 2 Sekunden zu verarbeiten." Begründen Sie Ihre Wahl.

Lösung: Dies ist eine nicht-funktionale Anforderung (NFA), spezifisch eine Qualitätsanforderung im Bereich Performance/Effizienz. Sie beschreibt nicht, was das System fachlich tut (z. B. Daten speichern), sondern wie gut eine Funktion unter bestimmten Lastbedingungen ausgeführt werden muss.

Frage 3: MoSCoW-Priorisierung

Ein Projekt steht kurz vor dem Deadline-Termin. Die Ressourcen sind erschöpft. Welche Anforderungen gemäß der MoSCoW-Methodik müssen zwingend fertiggestellt sein, damit das Projekt formal abgenommen werden kann, und welche können entfallen?

Lösung: Nur die Must-have (M) Anforderungen sind zwingend für eine Abnahme erforderlich. Should-have (S) und Could-have (C) können nach Absprache mit den Stakeholdern entfallen oder auf spätere Releases verschoben werden. Won't-have (W) sind ohnehin für den aktuellen Zeitraum ausgeschlossen.

Frage 4: Das Ishikawa-Diagramm in der Praxis

Ein IT-Berater stellt fest, dass die Datenqualität im CRM-System mangelhaft ist, weil Mitarbeiter die Eingabemasken unterschiedlich interpretieren. In welche Hauptkategorie des Ishikawa-Diagramms lässt sich diese Ursache primär einordnen?

Lösung: Dies lässt sich primär in die Kategorie Methode (falsche oder unklare Arbeitsanweisungen/Prozesse) oder Mensch (mangelnde Schulung/Fehlinterpretation) einordnen. Oft hängen diese zusammen, da eine unklare Methode das menschliche Fehlverhalten begünstigt.

Frage 5: Dokumentation und Verantwortlichkeit

Wer ist laut gängiger Best Practice (und DIN 69901-5) für die Erstellung des Lastenhefts verantwortlich und warum ist die Unterscheidung zum Pflichtenheft für einen IT-Berater so wichtig?

Lösung: Verantwortlich für das Lastenheft ist der Auftraggeber. Es beschreibt seine fachlichen Forderungen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil das Lastenheft die Basis für Ausschreibungen ist, während das Pflichtenheft (vom Auftragnehmer erstellt) die vertragliche Grundlage der Umsetzung bildet. Unklarheiten im Lastenheft führen oft zu "Scope Creep" oder rechtlichen Auseinandersetzungen über den Leistungsumfang.