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Anforderungsermittlung

Lernziele

Nach diesem Kapitel können Sie: * Methoden zur Anforderungsermittlung anwenden * Interviews, Workshops und User Research durchführen * Die Persona-Methode und das Kano-Modell nutzen * Anforderungen systematisch ermitteln


1. Einführung: Was ist Anforderungsermittlung?

Kernkonzept

Anforderungsermittlung (Requirements Elicitation) ist der Prozess der Identifikation von Anforderungen aus verschiedenen Quellen.

1.1 Warum Anforderungsermittlung kritisch ist

Statistiken:

Problem Häufigkeit der Ursache
Fehlende Anforderungen 70% → Projektverzögerungen
Falsche Anforderungen 80% → Nicht erfüllte Erwartungen
Unvollständige Anforderungen 60% → Rework

Kosten-Faktor: * Eine fehlende Anforderung im Requirements-Stage kostet 100-mal mehr, wenn sie im Deployment entdeckt wird

1.2 Der Anforderungsermittlungs-Prozess

graph TD
    A[Vorbereitung] --> B[Ermittlung]
    B --> C[Analyse]
    C --> D[Validierung]
    D --> E[Dokumentation]

    style A fill:#4CAF50,stroke:#333,color:white
    style B fill:#2196F3,stroke:#333,color:white
    style C fill:#FF9800,stroke:#333,color:white
    style D fill:#9C27B0,stroke:#333,color:white
    style E fill:#f44336,stroke:#333,color:white

Schritte: 1. Vorbereitung: Stakeholder identifizieren, Methoden wählen 2. Ermittlung: Interviews, Workshops, User Research 3. Analyse: Anforderungen strukturieren, kategorisieren 4. Validierung: Anforderungen mit Stakeholdern bestätigen 5. Dokumentation: Anforderungen dokumentieren (Lastenheft, User Stories)


2. Methoden zur Anforderungsermittlung

Es gibt verschiedene Methoden zur Anforderungsermittlung. Als Berater nutzen Sie eine Kombination dieser Methoden.

2.1 Übersicht der Methoden

Methode Beschreibung Einsatz
Interviews 1:1-Gespräche mit Stakeholdern Tiefe Insights, komplexe Themen
Workshops Gruppen-Sessions mit mehreren Stakeholdern Brainstorming, Konsens finden
User Research Beobachtung von Benutzern bei der Arbeit Realitäts-Check, UX-Insights
Persona-Methode Fiktive User-Personas erstellen User-Zentrierung, Empathie
Kano-Modell Kundenanforderungen priorisieren Feature-Priorisierung
Surveys Umfragen an große Zielgruppen Quantitative Daten
Competitive Analysis Wettbewerber analysieren Benchmarking
Prototyping Rapid Prototypes erstellen Feedback erhalten
Use Cases Szenarien beschreiben Requirements Engineering

2.2 Auswahlmatrix für Methoden

Szenario Empfohlene Methoden
Neues System, wenig Vorwissen Interviews, Workshops, Persona
Komplexes System, viele Stakeholder Workshops, Use Cases, Traceability Matrix
UX-fokussiertes System User Research, Persona, Prototyping
Mobile App User Research, Persona, Prototyping
Enterprise-System Interviews, Workshops, Use Cases
Konsolidierung von Systemen Workshops, Competitive Analysis

3. Interviews

3.1 Was sind Interviews?

Interviews sind strukturierte oder unstrukturierte Gespräche mit Stakeholdern.

3.2 Arten von Interviews

Typ Beschreibung Vor- / Nachteile
Strukturiert Fragen sind vorher definiert ✅ Vergleichbar
❌ Weniger flexibel
Halbstrukturiert Fragen sind definiert, aber Flexibilität ✅ Kompromiss
Unstrukturiert Keine vorherigen Fragen, offenes Gespräch ✅ Flexibel
❌ Nicht vergleichbar

3.3 Interview-Leitfaden erstellen

Struktur:

Phase Dauer Inhalte
Warm-up 5 Min Begrüßung, Ziel des Interviews
Offene Fragen 10-15 Min Allgemeine Fragen zum Thema
Gezielte Fragen 15-20 Min Spezifische Fragen zum System
Follow-up Fragen 5-10 Min Vertiefungsfragen
Abschluss 5 Min Zusammenfassung, nächste Schritte

Beispiel-Fragen:

Phase Fragen
Warm-up "Können Sie mir kurz Ihre Rolle im Unternehmen beschreiben?"
Offene Fragen "Wie sieht Ihr aktueller Arbeitsprozess aus?"
Gezielte Fragen "Welche Probleme erleben Sie bei der Bestellabwicklung?"
Follow-up "Können Sie mir ein konkretes Beispiel geben?"
Abschluss "Gibt es noch etwas, das ich vergessen habe zu fragen?"

3.4 Interview-Techniken

Technik Beschreibung
Offene Fragen Fragen, die nicht mit Ja/Nein beantwortet werden können ("Wie...", "Warum...", "In welcher Weise...")
Follow-up Fragen Vertiefungsfragen ("Können Sie mir ein Beispiel geben?", "Was meinen Sie damit?")
Silence nutzen Pausen einhalten, um den Interviewten zum Sprechen zu bringen
Paraphrasieren Wiederholen, was gesagt wurde, um Verständnis zu zeigen ("Wenn ich Sie richtig verstehe, ...")
Empathie zeigen Verständnis für Perspektive zeigen ("Ich verstehe, dass das frustrierend ist")

Häufige Fehler bei Interviews

  • ❌ Ja/Nein-Fragen nutzen ("Mögen Sie das System?")
  • ❌ Suggestive Fragen stellen ("Das System ist langsam, oder?")
  • ❌ Zuhören vs. Vorbereiten der nächsten Frage
  • ❌ Interview dominieren

3.5 Praxis-Beispiel: Interview mit Vertriebler

Szenario: CRM-System

Sie führen ein Interview mit einem Vertriebler.

Warm-up: * "Können Sie mir kurz Ihre Rolle im Unternehmen beschreiben?" * "Was sind Ihre Hauptaufgaben?"

Offene Fragen: * "Wie sieht Ihr aktueller Arbeitsprozess bei der Kundenakquise aus?" * "Welche Tools nutzen Sie täglich?"

Gezielte Fragen: * "Welche Probleme erleben Sie bei der Kundensuche?" * "Was fehlt Ihnen an Ihrem aktuellen CRM-System?" * "Wie sieht Ihr Ideal-Szenario aus?"

Follow-up: * "Können Sie mir ein konkretes Beispiel geben?" * "Was genau meinst du damit?"

Abschluss: * "Gibt es noch etwas, das ich vergessen habe zu fragen?"


4. Workshops

4.1 Was sind Workshops?

Workshops sind Gruppen-Sessions mit mehreren Stakeholdern, um Anforderungen gemeinsam zu ermitteln.

4.2 Workshop-Vorbereitung

Checkliste:

Aspekt Überlegungen
Ziel Was ist das Ziel des Workshops?
Teilnehmer Wer muss teilnehmen? (max. 8-10)
Agenda Wie sieht der Ablauf aus?
Materialien Was wird benötigt? (Flipchart, Post-its, Marker)
Ort Wo findet der Workshop statt? (Räumlich, Virtual)
Dauer Wie lange dauert der Workshop? (max. 4-6 Stunden)

4.3 Workshop-Ablauf

Phase Dauer Aktivität
Intro 15 Min Begrüßung, Zielsetzung, Regeln
Icebreaker 10 Min Teilnehmer auflockern
Brainstorming 60-90 Min Anforderungen brainstormen
Strukturierung 30-60 Min Anforderungen strukturieren (Methode: 4M, 6M, 8M)
Priorisierung 30-60 Min Anforderungen priorisieren (Methode: MoSCoW, Kano)
Abschluss 15 Min Zusammenfassung, next steps

4.4 Workshop-Methoden

4.4.1 Brainstorming

Regeln: 1. Keine Kritik: Ideen sofort akzeptieren 2. Quantität vor Qualität: So viele Ideen wie möglich 3. Freiheit: Alle Ideen sind willkommen 4. Kombination: Ideen anderer aufgreifen und erweitern

Varianten: * Reverse Brainstorming: Statt "Wie lösen wir das Problem?", fragen: "Wie erzeugen wir das Problem?" * Brainwriting: Teilnehmer schreiben Ideen auf Post-its, nicht laut * Mind Mapping: Visuelle Darstellung von Ideen

4.4.2 6-3-5 Methode

Ablauf: 1. 6 Teilnehmer 2. Jeder schreibt 3 Ideen in 5 Minuten 3. Post-its weitergeben 4. Nächster Runde: Teilnehmer erweitern Ideen 5. Wiederholen (3-4 Runden)

4.4.3 Nominal Group Technique

Ablauf: 1. Silent Brainstorming: Jeder schreibt Ideen auf (10 Min) 2. Ideen sammeln: Alle Ideen an Whiteboard hängen 3. Diskussion: Ideen besprechen 4. Ranking: Jeder wählt Top-3 5. Priorisierung: Top-Ideen identifizieren

Workshop: E-Commerce-Shop

Sie leiten einen Workshop zur Entwicklung eines E-Commerce-Shops.

Teilnehmer: Product Owner, UX-Designer, Developer, Marketing-Manager, Sales-Manager, Customer Support

Agenda: 1. Intro (15 Min): Ziel definieren: "Welche Features braucht unser Shop?" 2. Icebreaker (10 Min): "Was ist deine schlechteste Shopping-Erfahrung?" 3. Brainstorming (60 Min): Requirements brainstormen 4. Strukturierung (30 Min): Kategorisierung (FR, NFR, RC) 5. Priorisierung (60 Min): MoSCoW 6. Abschluss (15 Min): Zusammenfassung, next steps

Ergebnisse: * FR-001: Mobile App (Must have) * FR-002: Personalisierung (Must have) * FR-003: KI-Scoring (Should have) * NFR-P001: Performance < 2s (Must have) * NFR-S001: Security (Must have)


5. User Research

5.1 Was ist User Research?

User Research ist die Beobachtung von Benutzern bei der Arbeit, um reale Insights zu erhalten.

5.2 Arten von User Research

Methode Beschreibung Einsatz
Go-and-See (Gemba) Prozesse live vor Ort miterleben Reale Arbeitsweise verstehen
Shadowing Benutzer über einen Zeitraum begleiten Tagesablauf, Pain Points
Contextual Inquiry Beobachtung + Fragen gleichzeitig Arbeit im Kontext verstehen
Usability Testing Benutzer testen das System UX-Probleme identifizieren
A/B Testing Zwei Varianten testen Datengetriebene Entscheidung
Analytics Usage-Daten analysieren Quantitative Daten

5.3 Go-and-See (Gemba)

Was ist Gemba? "Gemba" ist japanisch für "Ort des Geschehens". Das bedeutet: Gehen Sie dorthin, wo die Arbeit stattfindet.

Vorgehen: 1. Ziel definieren: Was möchten Sie beobachten? 2. Teilnehmer auswählen: Wen beobachten? 3. Beobachten: Prozesse live miterleben 4. Notizen machen: Was passiert? Was läuft gut/schlecht? 5. Fragen stellen: Warum machen Sie das so?

Go-and-See: Warehouse

Sie beobachten das Personal im Lager.

Beobachtungen: * Mitarbeiter nutzen manuelle Pick-Listen (Papier) Mitarbeiter laufen oft zum Lagerverwalter (Informationen fehlen) Mitarbeiter scannen Artikel manuell mit Handscanner * Fehlerquote bei der Kommissionierung: ~5%

Pain Points: * Manuelle Pick-Lists → Zeitverlust * Fehlende Informationen → Laufwege * Manuelle Scans → Fehleranfälligkeit

Ableitung von Anforderungen: * FR-001: Digitale Pick-Listen auf Tablet * FR-002: Echtzeit-Lagerbestand * FR-003: Barcode-Scanning mit automatischer Validierung

5.4 Shadowing

Was ist Shadowing? Shadowing bedeutet, einen Benutzer über einen Zeitraum zu begleiten.

Vorgehen: 1. Teilnehmer auswählen: Wen begleiten? 2. Zeitraum definieren: Wie lange? (Tage, Wochen) 3. Begleiten: Benutzer beobachten, Fragen stellen 4. Notizen machen: Was passiert? Was läuft gut/schlecht? 5. Analyse: Muster identifizieren

Shadowing: Sales-Representative

Sie begleiten einen Sales-Representative über 2 Tage.

Beobachtungen: * Sales-Rep nutzt CRM-System mobil (Smartphone) * Sales-Rep sucht oft nach Kunden-Daten (Performance-Probleme) * Sales-Rep erstellt Angebote im CRM (langwierig) * Sales-Rep kommuniziert mit Support via E-Mail (langsam)

Pain Points: * Mobile CRM ist langsam → Performance-Probleme * Angebotserstellung ist komplex → UX-Probleme * Support-Kommunikation ist langsam → Integration fehlt

Ableitung von Anforderungen: * NFR-P001: Performance < 2s * FR-001: Vereinfachte Angebotserstellung * FR-002: Integration CRM ↔ Support


6. Die Persona-Methode

6.1 Was sind Personas?

Personas sind fiktive User-Profile, die typische Benutzer repräsentieren.

6.2 Warum Personas wichtig sind

Grund Erläuterung
Empathie Entwickler verstehen Benutzer
User-Zentrierung Anforderungen aus Benutzerperspektive
Konsistenz Alle arbeiten mit demselben User-Verständnis
Priorisierung Anforderungen basierend auf User-Zielen priorisieren

6.3 Persona erstellen

Struktur einer Persona:

Element Beschreibung Beispiel
Name Fiktiver Name "Sarah Müller"
Alter Alter der Persona 32 Jahre
Rolle Rolle im Unternehmen "Vertrieblerin"
Ziele Was möchte die Persona erreichen? "Umsatzsteigerung, Zeitersparnis"
Pain Points Welche Probleme hat die Persona? "Langsames CRM, komplexes Angebotssystem"
Bedürfnisse Was braucht die Persona? "Schnelles CRM, einfaches Angebotssystem"
Kompetenzen Welche Skills hat die Persona? "Digitale Kompetenz, CRM-Erfahrung"
Kontext In welchem Kontext arbeitet die Persona? "Mobil im Außendienst"
Quote Zitat der Persona "Ich brauche ein CRM, das genauso schnell ist wie mein Auto."

6.4 Beispiel-Persona: Sales-Rep

Persona: Sales-Representative

Name: Sarah Müller Alter: 32 Jahre Rolle: Vertrieblerin (Außendienst) Ziele: * Umsatzsteigerung um 15% * Zeitersparnis (mehr Kundenzeit) * Bessere Kundenbindung

Pain Points: * CRM ist langsam (Performance-Probleme) * Angebotserstellung ist komplex (UX-Probleme) * Keine Offline-Funktionalität (Probleme in Kundenbesuchen)

Bedürfnisse: * Schnelles CRM (Performance < 2s) * Einfache Angebotserstellung (< 5 Minuten) * Offline-Funktionalität (Cache)

Kompetenzen: * Digitale Kompetenz: Hoch * CRM-Erfahrung: Mittel * Technisches Verständnis: Mittel

Kontext: * Mobil im Außendienst (Smartphone) * Kundenbesuche (oft ohne Internet) * Reisezeit: ~3 Stunden/Tag

Quote: "Ich brauche ein CRM, das genauso schnell ist wie mein Auto."

6.5 Anforderungen aus Personas ableiten

Persona Ziel Anforderungen
Sarah Müller Umsatzsteigerung FR-001: Mobile App
FR-002: KI-Scoring
Zeitersparnis FR-003: Offline-Funktionalität
FR-004: Einfache Angebotserstellung
Performance NFR-P001: Performance < 2s

7. Das Kano-Modell

7.1 Was ist das Kano-Modell?

Das Kano-Modell ist eine Methode zur Priorisierung von Kundenanforderungen.

7.2 Die 5 Kategorien im Kano-Modell

Kategorie Beschreibung Beispiel
Basic Needs (Muss-Anforderungen) Wird erwartet, aber nicht explizit gefordert Login funktioniert, System ist verfügbar
Performance Needs (Leistungsanforderungen) Je mehr, desto besser Response Time (je schneller, desto besser)
Excitement Needs (Begeisterungs-Features) Überraschende Features KI-gestütztes Lead-Scoring
Indifferent (Gleichgültig) Kein Einfluss auf Kundenzufriedenheit Admin-Funktionen für IT
Reverse (Negative Features) Unbeliebte Features Werbung im System

7.3 Das Kano-Diagramm

graph LR
    A[Customer Satisfaction] --> B[Basic Needs]
    A --> C[Performance Needs]
    A --> D[Excitement Needs]
    A --> E[Indifferent]
    A --> F[Reverse]

    B --> B1[Erwartet, aber nicht gefordert]
    C --> C1[Je mehr, desto besser]
    D --> D1[Überraschende Features]
    E --> E1[Kein Einfluss]
    F --> F1[Unbeliebte Features]

    style A fill:#f96,stroke:#333,stroke-width:3px

7.4 Kano-Fragebogen

Für jedes Feature stellen Sie zwei Fragen:

  1. Funktionsfrage: "Wie ist es, wenn das Feature vorhanden ist?"
  2. Dysfunktionsfrage: "Wie ist es, wenn das Feature nicht vorhanden ist?"

Antworten: * Ich mag es * Ich erwarte es so * Ich bin gleichgültig * Ich kann damit leben * Ich mag es nicht

Auswertung: | Funktionsfrage \ Dysfunktionsfrage | Ich mag es | Ich erwarte es | Gleichgültig | Ich kann damit leben | Ich mag es nicht | |-----------------------------------|-----------|--------------|-------------|---------------------|------------------| | Ich mag es | - | Excitement | Excitement | Performance | - | | Ich erwarte es | Basic | - | Basic | Basic | Reverse | | Gleichgültig | Indifferent | Indifferent | - | Indifferent | Reverse | | Ich kann damit leben | Reverse | Reverse | Reverse | - | - | | Ich mag es nicht | - | - | - | - | - |

7.5 Kano-Analyse durchführen

Schritt 1: Fragebogen erstellen (10-20 Features) Schritt 2: Befragung durchführen (mindestens 10 Kunden) Schritt 3: Auswertung (Tabelle oben) Schritt 4: Kategorien zuordnen Schritt 5: Priorisierung (Basic → Performance → Excitement)

Kano-Analyse: E-Commerce-Shop

Sie führen eine Kano-Analyse für einen E-Commerce-Shop durch.

Fragebogen: 1. Login-Funktion (Basic) 2. Response Time < 2s (Performance) 3. KI-gestützes Lead-Scoring (Excitement) 4. Admin-Funktionen (Indifferent) 5. Werbung im System (Reverse)

Ergebnis: * Basic Needs: Login, Verfügbarkeit, Security * Performance Needs: Response Time, Performance * Excitement Needs: KI-Scoring, Personalisierung * Indifferent: Admin-Funktionen * Reverse: Werbung

Priorisierung: 1. Basic Needs (Muss haben) 2. Performance Needs (sollte haben) 3. Excitement Needs (könnte haben)


8. Zusammenfassung und Checkliste

8.1 Erfolgsfaktoren

  • Kombination von Methoden: Nicht nur Interviews, sondern Workshops, User Research, Persona, Kano
  • Stakeholder involvieren: Alle relevanten Rollen befragen
  • Dokumentation: Alles dokumentieren (Interviews, Workshops, Notizen)
  • Validierung: Anforderungen mit Stakeholdern validieren
  • Iterativ: Anforderungen mehrfach prüfen und verbessern

8.2 Checkliste für Ihre Anforderungsermittlung

Vorbereitung

  • Stakeholder identifiziert: Alle relevanten Rollen?
  • Methoden gewählt: Interviews, Workshops, User Research, Persona, Kano?
  • Leitfäden erstellt: Interview-Leitfaden, Workshop-Agenda?
  • Materialien vorbereitet: Flipchart, Post-its, Recorder?

Durchführung

  • Interviews geführt: Mit allen Stakeholdern?
  • Workshops durchgeführt: Requirements brainstormen?
  • User Research: Go-and-See, Shadowing?
  • Persona erstellt: User-Personas definiert?
  • Kano-Analyse durchgeführt: Priorisierung?

Analyse

  • Anforderungen strukturiert: FR, NFR, RC?
  • Priorisierung: MoSCoW, Kano?
  • Traceability: Anforderungen mit Personas verknüpft?

Validierung

  • Stakeholder involviert: Rückmeldung erhalten?
  • Anforderungen validiert: Bestätigt?

9. Weiterführende Themen

  • Anforderungsanalyse: Verifikation, Priorisierung (MoSCoW, Kano)
  • Anforderungsdokumentation: Lastenheft, User Stories
  • Anforderungsmanagement: Traceability, Change Management, Versionierung

Nächster Schritt: Lernen Sie Priorisierungsmethoden (Kapitel 04).